Mit neun Athleten und Medaillenambitionen zur Hallen-DM nach Dortmund

Mit neun Athleten und Medaillenambitionen zur Hallen-DM nach Dortmund

Zu den 68. Deutschen Hallenmeisterschaften der Männer und Frauen am kommenden Samstag und Sonntag in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle hat die LG Stadtwerke München neun Aktive gemeldet. Kein anderer Verein im Freistaat sendet mehr Athleten zum nationalen Höhepunkt der Hallensaison. Bei diesen Titelkämpfen, in denen die Teilnehmerzahlen jeder Disziplin limitiert sind, gelten strenge Hygiene-Regeln: Es dürfen nur Sportlerinnen und Sportler teilnehmen, deren negativer Corona-Test am Wettkampftag nicht länger als 48 bis 72 Stunden zurückliegt. Zudem müssen sich Aktive und Betreuer vor Betreten der Halle erneut einem Corona-Schnelltest unterziehen. Ein Blick auf die aktuelle Hallen-Jahresbestenliste zeigt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der LG Stadtwerke München über das Potenzial verfügen, Medaillen und/oder Titel in die bayerische Landeshauptstadt zu holen.

Mittelstrecke

Das beginnt bei den 800 Metern der Frauen. Hier ist Christina Hering, ihres Zeichens elffache Titelträgerin über diese Distanz, mit 2:03,17 Minuten Jahresbeste. Sie stand bei der Hallen-DM seit 2015 – mit Ausnahme von 2019, denn hier siegte Vereinskollegin Katharina Trost – stets ganz oben auf dem Treppchen und würde liebend gerne auch unterm Hallendach das halbe Dutzend vollmachen. Die Konkurrenz hat es in diesem Jahr wieder einmal in sich: So hat Tanja Spill (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) bei ihrem Meetingsieg in Erfurt, bei dem sie auch Hering auf die Plätze verwies, mit einer Zeit von 2:03,25 Minuten gezeigt, dass beim Titelkampf in Dortmund unbedingt mit ihr zu rechnen ist. Auch Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) befindet sich nach starken Rennen in der Vorbereitung und einer Saisonbestzeit von 2:04,46 Minuten in einer sehr guten Ausgangsposition.

Es war noch nie einfach, Deutsche Meisterin zu werden, aber natürlich möchte ich meinen Titel verteidigen. Ich bin auf jeden Fall sehr motiviert und freue mich auf das Wochenende.

Christina Hering, LG Stadtwerke München

  

Über 800 Meter ist die LG SWM weiterhin durch Jana Reinert vertreten, die eine Vorleistung von 2:08,41 Minuten mitbringt.

Eine Besonderheit dieser Titelkämpfe ist die Tatsache, dass sowohl über 800 als auch 1.500 Meter die Vorläufe entfallen. Es wird also vom ersten Schritt um Sieg und Platzierungen gehen.

Bereits die Qualifikations-Leistung für eine Teilnahme bei der Hallen-EM in Toruń/Polen (4. bis 7.3.) getoppt hat Katharina Trost über 1.500 Meter. Sie startete bislang jeweils zweimal über 800 (Erfurt am 2.2. und Luxemburg am 13.2.) bzw. über 1.500 Meter (Karlsruhe am 29.1. und Dortmund am 7.2.) Die angehende Grundschullehrerin hatte entsprechend der Vorjahre zunächst beabsichtigt, die 800 Meter zu laufen, dann aber doch die 1.500 Meter vorgezogen.

Ich habe mich Ende letzter Woche dazu entschieden über die 1.500 Meter, anstelle der 800 Meter, bei der Hallen-DM in Dortmund an den Start zu gehen. Nach meinem 1.500-Meter-Rennen in Karlsruhe und der EM-Norm in Dortmund rechne ich mir gute Chancen aus zur EM in Toruń fahren zu dürfen. Das ist auf jeden Fall mein großes Ziel für diese Hallensaison.
Das Feld am Wochenende ist stark besetzt, alle müssen sich damit arrangieren, dass es diesmal anders als gewohnt kein Antesten im Halbfinale am ersten Tag gibt. Ich bin bestens vorbereitet und freue mich auf ein toughes Rennen.

Katharina Trost, LG Stadtwerke München

 

Von Trosts Konkurrentinnen auf der 1.500-Meter-Strecke in Dortmund war im Vorfeld einzig Caterina Granz (LG Nord Berlin) um etwa zwei Zehntelsekunden schneller. Die Saisonbestleistung der 25-jährigen Münchnerin, die als Meisterschaftsläuferin gilt, liegt bei 4:10,56 Minuten.

Sprint

Im Sprintbereich, genauer den 60 Metern, ist die LG Stadtwerke München viermal in der Meldeliste vertreten. Im männlichen Bereich sind Yannick Wolf und Fabian Olbert gefordert. Wolf weist mit 6,66 Sekunden die fünftschnellste Vorleistung auf und hofft, sich vielleicht noch um die eine oder andere Position verbessern zu können. Fabian Olbert, der deutsche U20-Meister der Vorsaison und Vorjahressiebter der Männerkonkurrenz, kommt nach einem schweren Sturz auf Tartan im letzten Sommer immer besser in Schwung. Er hat sich vorgenommen, seine heuer erzielten 6,75 Sekunden noch ein wenig nach unten zu drücken.

Im weiblichen Sprintbereich gehen Amelie-Sophie Lederer und Tina Benzinger ins Rennen. Mit 7,26 Sekunden – minimal oberhalb der Torun-Norm von 7,25 Sekunden – liegt Lederer auf Platz fünf der DLV-Jahresbestenliste 2021 und gehört damit zum erweiterten Favoritenkreis. Im Vorjahr wurde die Polizeimeisterin – damals noch im Trikot der LG Telis Finanz Regensburg – Vizemeisterin über 200 Meter. Die Hallenrunde steht heuer nicht im Meisterschaftsprogramm, da diese Distanz auch in Toruń nicht ausgeschrieben ist.

Benzinger hatte nach ihrem Bestzeit-Rennen in Leipzig (7,52 Sekunden) einige Tage mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen, hat sich zur Mitte der Woche jedoch fit zurück zum Training gemeldet. Für die 20-Jährige ist es nach einem Staffelstart 2019 bei den Deutschen Meisterschaften im Berliner Olympiastadion nun die Einzelstart-Premiere bei den Erwachsenen.

Hochsprung

Gleich zwei Medaillenchancen hat die LG Stadtwerke München im Hochsprung. Vorjahres-Vizemeister Tobias Potye ist in dieser Saison mit 2,26 Meter so hoch wie nie in der Halle gesprungen. Einzig Europameister von 2018 und Dauerrivale Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) meisterte zwei Zentimeter mehr. Mit überquerten 2,25 Meter drittbester Springer dieses Winters ist Falk Wendrich (LAZ Soest), der 2019 bereits Silber in der Halle gewonnen hat.

Am Ende wird es die Tagesform der Teilnehmer entschieden. Sollte ich gut drauf sein und springen können, ist alles möglich.

Tobias Potye, LG Stadtwerke München

 

Keineswegs zu unterschätzen ist auch Lavinja Jürgens, die heuer bereits 1,82 Meter erfolgreich bewältigte. Mit dieser Leistung rangiert sie auf Platz vier der DLV-Jahresbestenliste 2021. Jürgens konnte schon im Vorjahr überraschen, als die damalige U20-Athletin als Vierte nur knapp an Bronze vorbeischrammte. Titelverteidigerin Laura Gröll, die ebenfalls ein LG-SWM-Trikot trägt, wird in Dortmund nicht antreten. Gröll war 2020 als Außenseiterin nach Leipzig gereist und überraschte dann die gesamte Konkurrenz. Sie lässt infolge hoher Prüfungsbelastung im Studium die Hallensaison aus.

Hier geht es zu den Vorberichten der Frauen und Männer auf leichtathletik.de. An beiden Wettkampftagen wird es neben Live-Ergebnissen auch einen Livestream geben, der hier abzurufen ist.

Beitragsbild: Theo Kiefner

← Zurück zur Newsübersicht