Trost überbietet Hallen-EM-Norm über 1500 Meter – Wolf bester Deutscher im 60-Meter-Finale

Trost überbietet Hallen-EM-Norm über 1500 Meter – Wolf bester Deutscher im 60-Meter-Finale

Trotz des Wintereinbruchs ab der Mitte Deutschlands haben am Sonntag vier Bundeskaderathleten der LG Stadtwerke München am PSD Bank Indoor Meeting in Dortmund teilgenommen. Amelie Lederer, Katharina Trost, Fabian Olbert und Yannick Wolf hatten ihre Reise bereits am Vortag angetreten. Eine gute Entscheidung angesichts der Meldungen aus dem verschneiten Nordwesten. Nach einer weiteren Nacht in Dortmund haben es die Aktiven inzwischen wieder in den Süden geschafft und werden am späten Nachmittag zurück in München erwartet. Sprinttrainer Michael Ehrenreich hatte hingegen weniger Glück. Er musste seine Zuganreise am Sonntag kurz vor dem Ziel abbrechen, nachdem der Zugverkehr im Ruhrgebiet gänzlich zum Erliegen kam. Auch er ist – nach kurzer Nacht zwar – mittlerweile wieder in München.

Für in sportlicher Hinsicht sehr erfreuliche Nachrichten sorgte LG-SWM-Mittelstrecklerin Katharina Trost. Die 25-jährige wurde in einem schnellen 1500-Meter-Rennen in der Helmut-Körnig-Halle Zweite und überbot mit neuer persönlicher Hallen-Bestzeit von 4:10,56 Minuten die DLV-Norm für die Hallen-EM (4:12,00 Minuten) im polnischen Torun Anfang März deutlich. Erst am Dienstag war die Deutsche Hallenmeisterin von 2019 – ebenfalls als Zweitplatzierte – in Erfurt nur äußerst knapp an der EM-Norm für den 800-Meter-Wettbewerb vorbeigeschrammt.

Doch nicht nur die Münchnerin kann fortan für den kontinentalen Vergleich planen. Dafür in Position gebracht hat sich logischerweise auch die Siegerin des Rennens in Dortmund, Caterina Granz (LG Nord Berlin/4:10,33 Minuten). Sie konterte auf der Zielgeraden eine Schlussattacke Trosts erfolgreich. Und auch die Drittplatzierte Elena Burkart (LG farbtex Nordschwarzwald/4:11,11 Minuten) blieb noch unter der vom DLV geforderten Zeit für die EM. In der aktuellen Weltjahresbestenliste bekleiden die drei Läuferinnen nach dem Wochenende die Ränge drei bis fünf.

Wir (Trost, Caterina Granz und Maitje Kolberg, d. Red.) hatten uns vor dem Rennen sehr gut abgesprochen, wofür ich Cati und Maitje dankbar bin. Am Anfang war das Tempo super, dann sind wir allerdings schon deutlich langsamer geworden und bei 1000 Meter in 2:49 statt wie geplant in 2:45 Minuten durchgelaufen. Nachdem wir zwischenzeitlich eher auf 4:15 Minuten zusteuerten, waren die letzten 500 Meter dann nochmal ziemlich schnell. An sich bin ich sehr happy mit der Norm, glaube aber, dass bei einem gleichmäßigeren Tempo nochmal deutlich mehr für mich drin ist.

Katharina Trost, LG Stadtwerke München

  

Yannick Wolf (links) von der LG Stadtwerke München
Yannick Wolf (links) beweist in Dortmund, dass seine 6,66 Sekunden aus Erfurt wenige Tage zuvor kein Zufall waren. Im Vorlauf kommt er in 6,68 Sekunden zeitgleich mit dem Deutschen Meister von 2019, Michael Pohl, und noch vor dem dem Schweizer EM-Teilnehmer Silvan Wicki (rechts) ins Ziel. Im 60-Meter-Finale läuft er als bester Deutscher auf Rang drei.
Foto: imago images / Beautiful Sports

  

In der Austragungsstätte der Deutschen Hallenmeisterschaften am 20./21. Februar 2021 überzeugten zudem die drei sprintenden LG-SWM-Aktiven. Yannick Wolf, aktuell schnellster Bayer, legte im Vorlauf über 60 Meter bärenstarke 6,68 Sekunden auf. Wenige Tausendstelsekunden schneller war in diesem Lauf lediglich Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar). In der gesamten Vorlaufrunde waren einzig Julian Wagner (LAC Erfurt) sowie der Niederländer Jons van Gool schneller unterwegs, die beide die EM-Qualifikationsnorm (6,63 Sekunden) abhakten.

Im Finale, in dem es zunächst einen Fehlstart von Pohl gab, war Wolf beim überragenden Sieg van Gools (6,58 Sekunden) mit 6,71 Sekunden dann schnellster DLV-Sprinter auf Rang drei. Seinen Startblock im Endlauf aufstellen durfte zudem Wolfs Vereinskollege Fabian Olbert. Der letztjährige Deutsche U20-Hallenmeister kommt nach seinem folgenreichen Sturz im Sommer nun immer besser in Form. Er beendete den Endlauf nach 6,76 Sekunden auf Position vier, nachdem er im Vorlauf bereits eine neue Saisonbestleistung von 6,75 Sekunden aufgestellt hatte.

Auch LG-SWM-Neuzugang Amelie Lederer ist für die Hallen-DM in zwei Wochen an selber Stelle gut gerüstet. 7,32 Sekunden bei ihrem Sieg im Vorlauf und 7,33 Sekunden im Finale – gleichbedeutend mit Rang vier – wären bis vor einer Woche noch persönliche Bestzeiten der frisch beförderten Polizeimeisterin gewesen.  

Alle Ergebnisse des PSD Bank Indoor Meeting in Dortmund gibt es hier. Eine Aufzeichnung des Dortmunder Meetings gibt es als Re-live hier.

Beitragsbild: imago images / Chai v.d. Laage

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