altLaurin Walter und Kamghe Gaba sprinten zu Topzeiten über 400 m im Regensburger Unistadion. Außerdem starteten zahlreiche weitere Topathleten bei der ausgezeichnet organisierten und erstklassig besetzten Sparkassen-Gala in Regensburg (02.06.2012)

alt„Langsam ernährt sich das Eichhörnchen“, diese Redewendung trifft auf die aktuelle Lage von Kamghe Gaba zu. Von Wettkampf zu Wettkampf verbessert sich der 400 m-Sprinter und landete diesmal bei 46,29 s. Lediglich ein Wimpernschlag fehlt noch bis zur Qualifikationsnorm für die EM (A-Norm: 46,05 s; B-Norm: 46,25 s). Bis zur Deutschen Meisterschaft (16./17. Juni in Bochum/Wattenscheid) bleibt Zeit, das Kriterium zu erfüllen. Bei der Gala war er mit seiner Leistung der schnellste Athlet des Tages über die Stadionrunde und ließ auch äußerst namhafte Konkurrenz hinter sich.

altEbenfalls eine Saisonbestleistung stellte Disziplin- und Vereinskollege Benedikt Wiesend auf. Er steigerte sich auf 47,06 s. Für die größte Überraschung sorgte allerdings ein Athlet aus der Kategorie U-18. Laurin Walter war mit 48,61 s, bei der männlichen Jugend eine Klasse für sich. Erst letzte Woche knackte Walter beim Ländervergleichswettkampf im Brixen zum ersten Mal die 49s (48,94 s). Mit der neuen Zeit ist er momentan auch auf der Deutschen Bestenliste in seiner Altersklasse das Maß aller Dinge.

altEin Rhythmusfehler vor der siebten Hürde verhinderte bei David Gollnow eine erneute Zeit unter 50 Sekunden. Nach starken Ergebnissen im letzten Monat musste er sich im Unistadion mit 50,72 s über 400 m-Hürden zufrieden geben. Für das Highlight des ausgezeichneten Meetings in Regensburg sorgte ein anderer Langhürdler. Silvio Schirrmeister (Chemnitz) unterbot mit famosen 49,21 s die Olympianorm klar.

altEin großes Ensemble der LG Stadtwerke München startete im Sprint der Frauen. Nele Baade, Martina Riedl und Anja Wurm durften im Hauptprogramm ran – Alle drei Starterinnen qualifizierten sich in ihren Vorläufen für das B-Finale über 100 m. Mit Martina Riedl (12,05 s) war die Jüngste die schnellste der Münchnerinnen. Anja Wurm und Nele Baade liefen knapp dahinter altein (12,08 s bzw. 12,18 s). Julia Riedl musste ihren Saisoneinstieg erneut nach hinten verschieben. Eine Oberschenkelverletzung, an der sie seit einigen Wochen laboriert, lässt noch keine maximalen Sprints zu. Bereits im Vorprogramm spurteten Christina Muckenthaler (12,25 s), Lisa Schollbach (12,30 s) und Laura Stronk (12,39 s). Die beiden Erstgenannten blieben dabei unter der Norm für die U23-DM (12,30 s). Klar, dass bei dieser Fülle an „flotten Frauen“ auch eine konkurrenzfähige Staffel entsteht: Die Gruppe um Sprinttrainerin Johanna Schneider (Wurm, Baade, Muckenthaler und Stronk) brachte das Staffelholz der 4×100 m-Staffel in 46,80 s nach Hause. Damit musste sich das Quartett nur den Nationalstaffeln aus Finnland und Slowenien geschlagen geben.

altEinen sehr positiven Eindruck hinterließen ebenso die Mittelstrecklerinnen der LG Stadtwerke München. Zum einen Karoline Pilawa, die als Tempomacherin für die spätere Siegerin Corinna Harrer (2:01,60 min) einen guten Job erledigte, und zum anderen Thea Heim, die an ihrer persönlichen Bestleistung kratzte und mit 2:08,78 min dank cleverer Renneinteilung das B-Finale für sich entschied. Außerdem gab es einen weiteren Sieg (U-18) für Christina Hering. Eigentlich auf den 400 m beheimatet, lief sie die doppelte Distanz in phantastischen 2:13,12 min.

altLeider nicht optimal läuft es z.Zt. bei Sebastian Hallmann. Nach einem ordentlichen fünften Platz bei der 10.000 m-DM Anfang Mai (29:50,45 min) und einer vielversprechenden Leistung auf der Unterdistanz über 1500 m (3:48,88 min) will der Knoten über seine Hauptstrecke, die 5000 m, bislang noch nicht platzen. Genau wie bei seinem Einsatz in Koblenz (23.05.2012) musste Sebastian Hallmann bei der Sparkassen Gala das Rennen vorzeitig beenden. Die Gründe für das Tief sieht Sebastian Hallmann im Trainingsblock von Januar bis Mai. Dort habe er womöglich in den verschiedenen Trainingslagern zu intensiv trainiert und ein Infekt, der hinzukam, tat sein Übriges. Damit steht der Langstreckenspezialist leider ohne deutsche Quali-Norm über 5000 m da und eine Ausnahmegenehmigung zieht der Politikwissenschaftler nicht in Betracht. Das bedeutet, er wird bei der DM nicht an den Start gehen können. Stattdessen hat sich der Routinier eine ca. zweiwöchige Laufpause verordnet. Nachdem sich sein Körper komplett regeneriert haben wird, will er im Laufe der Saison über 1500 m und 3000 m- Rennen zurückkehren. Die nächste große Herausforderung ist dann erst die 10 km Straßenlauf-DM am 16. September 2012 in Nagold.

Dass sich zahlreiche Trainingscamps auch auszahlen bewies, Ingalena Heuck eindrucksvoll. 36 Stunden nach der Rückkehr aus dem zweiten Höhentrainingslager (diesmal aus der Schweiz) konnte die diplomierte Sportwissenschaftlerin mit ihrer Zeit von 16.49,40 min über 5000 m „Selbstbewusstsein tanken“ (Zitat Heuck). Um nur 2,52 s verpasste Julia Weniger die DM-Norm über die 12,5 Runden. Die Freude über die neue Bestleistung von 17:22,52 min überwog aber den Frust über die knapp verpasste Quali.

altBereits im Vorprogramm lief Tobias Schneider die 100 m in schnellen 11,12 s und die doppelte Distanz in gleichwertigen 22,96 s. Sein dritter und letzter Einsatz fand im Hauptprogram der Gala statt: Gemeinsam mit seinen Teamkameraden Valentino Oprea, Philipp Gretz und Fabian Turcinov lief Schneider in der 4×100 m-Staffel als Schlussläufer nach 42,65 s ins Ziel. Obwohl bei den Wechseln noch etwas Luft nach oben ist, ist eine schnellere Zeit erzielt worden als noch letztes Jahr bei der U20 DM (damals 42,79 s). Besonderes Highlight für die jungen Sprinter der LG Stadtwerke München: Sie wurden gemeinsam mit dem britischem National-Staffelteam ins Rennen geschickt.

altDoppelt startete Liane Weber. 14,10 s über 110 m-Hürden und 5,63 m im Weitsprung wurden für die Mehrkämpferin notiert. Die Weitspringer Verena Hirschmann und Patrick Stumpp flogen bis 5,83 m (persönliche Bestleistung) bzw. 6,99 m. Hürdensprinter Maximilian Bayer testete seine Schnelligkeit über 200 m und kam auf eine Zeit von 21,58 s. Auch Michael Wilms nahm nicht in seiner Paradedisziplin (3000 m Hindernis) teil, stattdessen lief er 1500 m und überquerte nach 3:50,87 min den Zielstrich.

Die zahlreichen weiteren Ergebnisse der LG Stadtwerke-Athleten sind hier nachzulesen.

Fotos: Kiefner, Walter, Wilms