altDer Sonntag (29.07.2012) in Kandel bot vor allem hauchdünne Entscheidungen. Die fielen glücklicherweise zu Gunsten der LG Stadtwerke München aus: Nach Hammerwerfer Johannes Bichler ziehen Martina Riedl (200 m in 23,84 s), Benedikt Wiesend (400 m in 47,28 s) und die 4×100 m-Staffel der Juniorinnen (46,02 s) nach und holen drei weitere U23-Titel. Eine Silbermedaille konnte Christina Muckenthaler (110 m Hürden in 14,00 s) gewinnen.

Ergebnisliste, Foto: Kiefner 

altNur wenige Zentimeter trennten beim 400 m-Endlauf bei der Juniorenmeisterschaft in Kandel die Gold- und die Silbermedaille. Den glücklicheren Ausgang hatte das Rennen für den LG Stadtwerke München Athlet Benedikt Wiesend (47,28 s). Er gewann mit nur einem Hundertstel Vorsprung vor dem Bayerischen Mitstreiter Johannes Trefz (LG Würm Athletik) und darf sich nach der Goldmedaille mit dem 4×400 m Männerteam auch über seinen Einzeltitel freuen.

altKaum vorstellbar, aber noch knapper das Ergebnis beim 200 m-Finale der Juniorinnen. Zeitgleich überquerten Martina Riedl und Eva Baur (VfL Sindelfingen) 23,84 s nach dem Startschuss die Ziellinie. Selbst das Zielfoto brachte keine Aufklärung, sodass beide sich ab jetzt Deutsche Juniorenmeisterin nennen dürfen. Im Sog der Beiden und der Drittplatzierten Ida Mayer (Bisingen; 24,07 s) steigerte sich die Münchnerin Lisa Schollbach auf erfreuliche 24,49 s und lief als Vierte ein. Auf demselben, etwas undankbaren, Platz kam auch Christina Hering. Noch der Jugend-Klasse angehörig , verkaufte sie sich mit zwei Bestleistungen über die 800 m (2:09,64 min beim Vorlauf am Samstag und 2:09,26 min am Sonntag) teuer. Ebenfalls auf der Mittelstrecke startete Katrin Wallner. Über 1500 m reichte es mit 4:45,21 min heuer noch nicht für einen Endlaufplatz.

altAls eingeschworene Mannschaften präsentierten sich die 4×100 m Staffeln: Die Juniorinnen, mit Lisa Schollbach, Martina Riedl, Zwillings-Schwester Julia Riedl und Schlussläuferin Christina Muckenthaler zauberten bereits im Vorlauf einen neuen Bayerischen U23-Rekord (45,44 s) auf den Tartan. Die alte Bestmarke lag bei 45,62 s, aufgestellt 1992 von der LAG Mittleren Isar. Damals war mit Birgit und Gabi Rockmeier ebenfalls ein Zwillingspaar im Team. Als Ansporn für Julia und Martina: Die „Rockis“ gewannen bei der WM 2001 mit dem deutschen 4×100 m Nationalteam die Goldmedaille und ließen dem Junioren-Rekord eine internationale Karriere folgen. Im Finale brachten unsere Münchnerinnen mit 46,02 s den Deutschen Meistertitel souverän unter Dach und Fach. Ein Extra-Lob bekam das Quartett für ihre unter Coach Christian Walter perfekt einstudierten Wechsel. Ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Staffel ist immer auch eine starke Ersatzläuferin. Diesen Job erledigte Laura Stronk, die in der 100 m Einzelentscheidung 12,65 s spurtete.

altNicht nur Martina Riedl durfte von diesem Wahnsinns-Wochenende mit zwei Medaillen im Gepäck nach München zurückkehren. Für eine Überraschung sorgte die Hürdenspezialistin Christina Muckenthaler. Der Schützling von Trainerin Johanna Schneider verbesserte ihre persönliche Bestzeit im 100 m Hürdenfinale um satte 2,5 Zehntel auf 14,00 s und sicherte sich damit den unerwarteten zweiten Platz. Die beiden Speerwerferinnen Raffaela Wiesbeck und Simone Meier präsentierten am Sonntag den Wurfbereich der LG Stadtwerke München. Bei Raffaela landete der Speer mit 47,32 m im Rahmen ihrer Bestweite und sie erreichte als Neunte noch eine Top-Ten Platzierung. Freundin und Teamkameradin Simone blieb mit 41,60 m etwas hinter ihren Erwartungen und wurde 17.

altDas 4×100 m-Team der Jungs stand im pfälzischen Kandel ihren äußerst erfolgreichen weiblichen Staffel-Pendant nur wenig nach. In einer guten Verfassung präsentierten sich Fabian Turcinov, Maximilian Bayer, Benedikt Wiesend und Philipp Gretz. Sie brachten das Holz nach 41,77 s, als Zweite im B-Finale ins Ziel. Philipp Grealttz (100 m: 10,93 s; 200 m: 22,15 s) und Fabian Turcinov (100 m: 11,26 s; 200 m: 22,33 s) hatten neben der Staffel mit weiteren Starts im Einzelsprint über 100 m und 200 m ein straffes Sportprogramm zu absolvieren. Ein Endlaufplatz sprang aber leider nicht heraus. Den sicherte sich Hürdensprinter Maximilian Bayer. Er kam mit einer Zeit von 14,51 s über 110m Hürden auf den sechsten Rang.

altAus Sicht der LG Stadtwerke München verliefen nach der Aktiven-DM und den Jugendmeisterschaften auch die Deutschen Meisterschaften in der Altersklasse U-23 äußerst erfreulich. Damit diese auf nationaler Ebene erbrachte Erfolgsbilanz der LG Stadtwerke München noch gekrönt werden wird, drückt der Münchner Club seinen in London startenden Athleten Kamghe Gaba, Steffen Justus und Anne Haug kräftig die Daumen. Eine positive Tendenz, v.a. im Nachwuchsbereich ist aber bereits jetzt unverkennbar. Während einige, wie z.B. der 400m Meister Benedikt Wiesend, im Saisonausklang noch schnelle Zeiten laufen möchten, steht für die meisten Sportler jetzt die wohlverdiente Saisonpause an.