unger-tobias-dmZwei Gold-, zwei Silber- und zwei Bronze-medaillen sowie zahlreiche Finalplatzierungen und Bestleistungen schmücken die Bilanz der LG STADTWERKE MÜNCHEN bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften 2011 in Kassel am Wochenende. Das erfolgreichste Abschneiden bei einer DM seit der Gründung der LG im Jahr 2006.

staffel-100m-dmBereits Samstag vormittag leiteten die Staffeln die tollen Tage in Kassel ein.

Während 2010 in Braunschweig die 4 x 100m Staffel der Männer  in Bestbesetzung den Staffelstab in Führung liegend nicht ins Ziel brachte, machten es Tobias Unger, Marcus Mikulla, Florian Rentz und Oliver Koenig diesmal besser.

Die beiden Topsprinter Tobias Unger und Marius Broening traten nicht wie im letzten Jahr  gemeinsam an. Broening laborierte seit einer Woche an einer leichten Oberschenkel-verletzung und wollte das Risiko einer Verletzung vor den wichtigen 100m im Einzel nicht eingehen.

Des einen Leid, des anderen Freud. Für ihn rückte Marcus Mikulla in die Staffelformation, der eine Woche zuvor, bei den Bayerischen Meisterschaften in Passau, mit 21,47sek über 200m eine starke neue Bestzeit lief und sich für die „langen“ Positionen in der Staffel empfahl.

Auch Oliver Koenig hatte mit Rückenproblemen  in den vergangenen Wochen zu kämpfen. „Wir haben gute Chancen auf eine Medaille. Da möchte ich dabei sein. Man muss aber sagen, dass die Terminierung nicht optimal ist.“ spricht Koenig die Ansetzung der Staffeln am Samstag vormittag vor den Einzelwettkämpfen an.

Diese Eskapade des Zeitplans hat bei vielen Athleten und Trainer Kopfschütteln hervorgerufen.“ Athleten, die am gleichen Tag noch Einzelwettbewerbe haben, werden benachteiligt. Die Staffeln werden etwas entwertet, da einige Läufer deshalb auf diesen Wettbewerb verzichten.“ äußert sich Tobias Unger kritisch.

Trotzdem beteilgten sich beide an der LG Staffel. Und es sollte sich lohnen. Der Startläufer Unger wechselte sicher auf Marcus Mikulla, der seine sehr gute Form bestätigte und auf Position zwei gegen den Wattenscheider Sebastian Ernst lief. Im Gegensatz zur favorisierten Wattenscheider Staffel funktionierte der Wechsel auf Florian Rentz. Jetzt war es ein Dreikampf zwischen SSC Berlin, TV Gladbeck und der LG STADTWERKE MÜNCHEN mit Oliver Koenig als Schlussläufer. Koenig, der in diesem Jahr bereits eine hervorragende 200m Zeit vorzuweisen hat,  krönte den Einsatz der vier LG Sprinter mit der Silbermedaille in 40.03 sek. Die erste Staffelmedaille einer Sprintstaffel der LG.  Den Sieg holte sich der  SSC Berlin (39.81 sek.), Bronze ging an den TV Gladbeck (40.40 sek.).

Die Sprintstaffel der Frauen war bereits im Vorfeld der DM etwas vom Pech verfolgt. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall der Deutschen Hochschulmeisterin 2011 über 100m, Nele Bade, verletzte sich auch die stärkste LG Sprinterin der letzten Jahre , Anja Wurm, zwei Wochen zuvor.  Sie konnte zwar starten, war allerdings nicht im Vollbestitz Ihrer Kräfte.

Mit Vera Seitz, Christina Muckenthaler, Anja Wurm und Mehrkämpferin Liane Weber brachte Betreuerin Johanna Schneider dennoch eine Staffel an den Start. Mit 47.58 sek. belegte das Team Platz elf.

Auch der Nachwuchs reihte sich in den erfolgreichen Auftakt am Samstag ein. Die 3 x 800m Staffel der weiblichen Jugend zog locker in der Besetzung  Seelos, Hering und Heim ins Finale am Sonntag ein.  Dort rechnete man sich Chancen auf eine Medaille aus. Allerdings geriet man am Sonntag von Beginn an in Rückstand, so dass Schlussläuferin Thea Heim, die als letzte den Staffelstab übernahm, sich nur noch auf Platz 8 vorarbeiten konnte.

koenig-oliverBesser lief es bei Oliver Koenig in der Weitsprung-konkurrenz. Mit 8.07 m gehört er in diesem Jahr zu den besten Weitspringern in Deutschland. Seine Trainingsplanung nahm er weitesgehend selbst in die Hand, wird aber vor allem in technischen Fragen unterstützt von Roland Fleischmann, der ihn auch in Kassel betreute. Und das Duo sollte Grund zur Freude haben. Koenig sprang im dritten Versuch mit 7.72m ins Finale und legte dort mit 7.79 m im fünften Versuch noch eins drauf. Das bedeutete Bronze für den Münchener hinter dem überragenden Sebastian Beyer (8.17m) und Europameister Christian Reif (7.82m). „Olli hat heute gute Sprünge gemacht und Nervenstärke im dritten Durchgang bewiesen. Aber er hat noch mehr drauf. Olli kann die 8.10m packen.“ analysierte Roland Fleischmann den Wettkampf.

Für den EM Teilnehmer von Göteborg 2005 bedeutete die Bronzemedaille die erste Einzel- Medaille im Trikot der LG STADTWERKE MÜNCHEN, der er seit drei Jahren angehört. „Mein bester Tag im LG Trikot. Ich bin zufrieden.“ zog Koenig zufrieden Bilanz.

unger-tobias-dmEbenfalls zwei Medaillen errang Tobias Unger. Nach seiner Staffelteilnahme standen für den gebürtigen Münchner die 100m Läufe an. Alle Bedenken, die Vorbelastung am Vormittag könnte ihn beeinträchtigen wischte er im Finale weg. Nach gutem Start zog er der Konkurrenz davon und holte sich den 100m Titel in 10.40 sek vor Christian Blum(10.43 sek.) und Alex Schaf (10.48 sek.).  „Heute ging es mir nur um den Titel. Die Zeit war sekundär.“ freute sich Unger über seinen Coup.

Damit war der Medaillensatz für die LG STADTWERKE MÜNCHEN am ersten Tag komplett.

Aber auch hervorragende Bestleistungen waren zu vermelden. Michael Wilms erlief sich in einem schnellen Meisterschaftsrennen über 3000m Hindernis einen hervorragenden sechsten Platz in neuer persönlicher Bestzeit von 8.55.83 sek. Wilms blieb damit erstmals unter neun Minuten und war bester Bayerischer Teilnehmer in dieser starken Disziplin. Den Sieg holte sich Stefan Uliczka im Alleingang in sehr guten 8.33.47 min.

Ebenfalls eine neue Bestzeit lief Karoline Pilawa über 400m. Nachdem die Vorläufe über 800m ausfielen entschied sich die Münchner Studentin kurzerhand 400m zu laufen, „einfach um eine Vorbelastung für den Sonntag zu haben“.

Sie pulverisierte Ihre Bestzeit geradezu und blieb erstmals unter 55 Sekunden. Mit 54.29 sek. hätte sie sich beinahe für den Endlauf qualifiziert, was aber gar nicht geplant war.

Die einzige Hiobsbotschaft an diesem Tag war die Tatsache, dass man Kamghe Gaba über die 400m nicht im LG Trikot bewundern konnte. Der zwei Meter Hüne hatte sich vor einer Woche in der DLV Staffel bei dem Versuch verletzt, die WM-Norm zu erlaufen. „Wir haben alles versucht. Aber der DLV Physio hat mir dringend von einem Start abgeraten. Die Zerrung im Adduktorenbereich ist noch nicht auskuriert.“ musste ein enttäuschter Kamghe konstatieren. Aber dieser erste Tag war wohl der erfolgreichste Tag bei DMen inder LG Geschichte.

Auch der zweite Tag sollte ein sehr erfolgreicher für das Münchner Team werden.

Über die 800m der Frauen gab es nur einen Finallauf und hier traten  gleich zwei Teilnehmerinnen mit Karoline Pilawa und Katharina Heinle von der LG STADTWERKE MÜNCHEN an.

In einem von Jana Hartmann dominierten Rennen, konnte Karoline Pilawa mit einem fulminanten Finish die Bronzemedaille erringen (2.06.91 min). Jana Hartmann entschied das Rennen in 2.06.91 min für sich, gefolgt von Annett Horna (2.06.86 min).

Katharina Heinle erreichte nach Platz vier bei der Junioren DM in Bremen jetzt Platz sechs bei den Frauen in 2.09.58 min.

Den Medaillensatz an diesem Tag komplettierten erwartungsgemäß die Stabhochspringer. Gold holte sich Malte Mohr mit 5.72m vor Fabian Schulze mit 5.62m. Mit diesem Resultat verbesserte man sogar das Ergebnis des letzten Jahres (Platz 1 und 3).

Ein starkes Rennen lieferte auch Sebastian Hallmann über die 5000m ab. Nach einer durchwachsenen Saison aufgrund großer Allergieprobleme, meldet sich die Freisinger wieder am Höhepunkt zurück. In einem knappen Rennen musste er sich erst im Spurt geschlagen geben. 14.07.68 min bedeuteten in der Endabrechnung Platz fünf hinter Arne Gabius (13.58.87 min), Richard Ringer (14.02.08 min) , dem Kasselaner im Regensburger Trikot Jan Flügel (14.03.50min) und Roba Kinkal (14.04.28 min).

Johannes Bichler erreichte im Hammerwurf den Endkampf, musste sich dort aber mit Platz acht und 65.73 m begnügen. Der Deutsche Juniorenmeister war damit nicht ganz zufrieden. „Ziel war Bestleistung. Das hat nicht geklappt.“ monierte er sein Abschneiden..

Dennoch hatte Bichler bisher ein gutes Jahr und im September warten auf ihn noch die Europameisterschaften im Rasenkraftsport.

Mit zwei Medaillen im Sprint, drei im Sprung und einer im Laufbereich hat jeder Schwerpunktbereich der LG STADTWERKE MÜNCHEN eine Medaille geholt.