altPaul Bristow hat bei den Senioren-Hallen-Weltmeisterschaften im finnischen Jyvåskylå den Titel gewonnen. Der für Großbritannien startende LG Stadtwerke München Athlet lief in einem von Taktik geprägten Rennen in 2:03.31min zur Goldmedaille der Altersklasse M40.

Bereits im 800m Vorlauf zeigte Paul Bristow durch einen überlegenen Sieg (2:07.12min), dass der Titel nur über ihn vergeben wird. 

altDas Finale zeigte dann den klassischen Verlauf eines Meisterschaftsrennens: Kurz nach dem Startschuss fand sich der „Münchner Brite“ an der unbeliebten Position eins wieder und musste Führungsarbeit leisten. Er entschied, Tempo rauszunehmen und wurde nach zirka der Hälfte der Strecke von zwei Konkurrenten überholt. „Zu diesem Zeitpunkt waren wir nicht sonderlich schnell unterwegs und es wurde viel geschubst“, so der 41-jährige Mittelstreckler. Als nach 600m einer der Favoriten einen Spurt angezogen hat, war Bristow zur Stelle: Er nutzte eine Lücke und stürmte mit einer starken letzten Runde zur Goldmedaille (2:03.31min). „Der Titel ist toll, aber meine Zeiten sind mir fast etwas peinlich. Seit 1998 bin ich nicht mehr langsamer als zwei Minuten gelaufen“, sagte Bristow über seine Leistungen.Seine Bestmarke steht bei 1:52min und letztes Jahr erzielte er eine Saisonbestleistung von 1:56,61min.

Vorbereitet hat sich der neue Weltmeister in der Münchner Werner-von-Linde-Halle, wo er trotz einer angeschlagenen Achillessehne seine harten Tempoläufe abgespult hat. Auch bei der WM ging er nicht komplett schmerzfrei ins Rennen. Doch die Physiotherapeuten des britischen Teams leisteten eine gute Vor- und Nachbehandlung und konnten dadurch zumindest eine Verschlechterung des Zustands verhindern.

„Mit dem ersten Platz bin ich sehr zufrieden, aber auch das Drumherum hat mir gut gefallen. Der Wettkampf war perfekt organisiert und die Menschen in Finnland sind äußerst freundlich und hilfsbereit. Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre in der Halle. Athleten aus aller Welt, nicht nur aus Europa und Nordamerika, wie ich zuerst vermutet hatte, konkurrierten um die Medaillen. Die Stimmung zwischen den Sportlern war wirklich sehr positiv.“, beschreibt der frisch gebackene Titelträger seine Erlebnisse in Skandinavien.

altVerwandte aus Oxford und Freunde aus München konnten den Gold-Lauf per Internet-Stream live mitverfolgen. Als persönlicher Glücksbringer war sogar die vierjährige Tochter Amber mitgereist. Sie feuerte ihren Papa über 800m kräftig an, auch wenn sie sich, laut Aussage des Vaters, vor allem für die Stabhochsprungwettbewerbe interessierte.

Seit 1999 lebt Bristow in Deutschland. Er arbeitet für ESO (European Southern Observatory) und ist dort für die Kalibrierung von Teleskopen zuständig. Die Osterfeiertage wird er in der finnischen Hauptstadt Helsinki verbringen und anschließend geht es gemeinsam mit seinem Coach Dieter Kloos und der Münchner Trainingsgruppe ins Trainingslager nach Milano Marittima. Als Weltmeister schmeckt das italienische „Gelati“ sicher noch ein Stück besser.

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