Paul Walschburger von der LG Stadtwerke München gewinnt Gold im Dreisprung mit 15,26m.
Foto: Theo Kiefner

Jubel wie Frust gab es für die LG Stadtwerke München während der zwei Wettkampftage der Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaft in Sindelfingen. Ein Titel und drei Medaillen standen aus Münchner Sicht am Ende zu Buche.

Rundum glücklich war zweifelsohne Paul Walschburger, der sich im vorletzten Versuch mit einem Satz auf 15,26 Meter (Video) den Titel im Dreisprung gesichert hat. Walschburger zog damit am bis dato führenden Stuttgarter Benjamin Gassioui um 18 Zentimeter vorbei. Trainer Richard Kick freute sich riesig über das Ergebnis seines Schützlings, der ihm im bisherigen Saisonverlauf mit einer gewaltigen Anzahl von ungültigen Versuchen doch ein wenig Sorgen bereitet hatte. „Am Höhepunkt der Hallensaison hat dann aber alles funktioniert“, freute sich Kick, in den siebziger Jahren selbst mehrfach Deutscher Meister. Walschburger wurde von Versuch zu Versuch selbstbewusster und beschloss, ab Durchgang vier seinen Anlauf von 11 auf 13 Schritte zu erweitern.

Mächtig aufgetrumpft hat auch Nachwuchswerferin Selina Dantzler. Die gewann nicht nur Bronze im Diskuswurf der U18, sondern erfüllte mit ihren 46,94 Metern auch frühzeitig die WM-Norm. Winzige vier Zentimeter fehlten zu Rang zwei und jeder ihrer Versuche lag über ihrem bisherigen Hausrekord. Im Kugelstoßen war Dantzler ebenfalls auf dem Siegerpodium zu finden – 15,25 Meter, abermals eine persönliche Bestmarke, bedeuteten in der älteren Nachwuchsklasse U20 Rang zwei. Insgesamt lieferte die 17-Jährige mit beeindruckenden Leistungen während der Hallensaison bereits gute Argumente für eine Nominierung zur U18-Weltmeisterschaft im Sommer.

Neun weitere LG-SWM-Aktive platzierten sich unter den Top Acht: U18-Athlet Yannick Wolf wurde mit persönlicher Bestleistung Fünfter der U20 im Weitsprung (7,08 Meter). Martin Knauer belegte im Kugelstoß der U20 ebenso Rang sechs (17,38 Meter) wie auch Speerwerferin Sabrina Reusch (46,19 Meter). Auf Rang sechs gelandet ist in der U20 weiterhin auch die weibliche 4×200-Meter-Staffel (Louise Wieland, Sandy Opeola, Iris Herbst, Georgia Capelli/1:40,92 Minuten). Yannick Limmer wurde Siebter im Speerwurf der U20 (56,35 Meter). U18-Diskuswerfer Fabian Frühholz erreichte als Achter ebenfalls eine Endkampfplatzierung.

Überhaupt nichts gegangen ist bei Dantzlers Trainingskollegin Amelie Döbler. Die-U18-EM-Zweite des Vorjahres erreichte nicht einmal den Endkampf und wurde Zwölfte der U20. In Durchgang eins verließ sie den Ring, dann schlug die Wurfscheibe außerhalb des Sektors auf. In Wurf drei bedeuteten magere 36,19 Meter das vorzeitige Aus. Da konnte Döbler auch Rang fünf im Kugelstoßen (14,80 Meter) nicht trösten.

Eingebettet in die Titelkämpfe war auch die Deutsche Meisterschaft in der 3×800-Meter-Frauenstaffel. Hier belegte das LG SWM-Trio Katharina Trost, Christine Gess und Mareen Kalis in 6:28,67 Minuten Rang zwei hinter Bayer Leverkusen, das in 6:16,25 Minuten den bislang vom gleichen Klub gehaltenen deutschen Hallenrekord regelrecht pulverisiert hat. Die Münchnerinnen waren ohne Olympionikin Christina Hering angetreten, die in der Hallensaison drei 800-Meter-Wettkämpfe eingeplant hatte und diese bereits in der Vorwoche mit dem deutschen Hallenmeistertitel abschloss.

Alle Ergebnisse der 49. Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaft 2017 inklusive der Winterwurfwettbewerbe gibt es hier.