Tobias Giehl, 23 Jahre alt, ist normal über die Hürden unterwegs. Und das auch erfolgreich – Im Juli gewann er bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm die Bronzemedaille über 400 Meter Hürden. Doch am vergangenen Wochenende siegte er beim stark besetzten „Speed-Cross“ in Ingolstadt. Wir trafen Tobias am Wochenende, um mit ihm über das Cross-Rennen, seine Saisonplanung und seine Vertragsverlängerung bei der LG Stadtwerke München zu sprechen.

 

Tobias Giehl (links)cmb: Tobias Giehl, erstmal Glückwunsch zu deinem Sieg beim ersten Saisonrennen, dem „Speedcross“ in Ingolstadt! Erzähle uns doch vom Rennen. Und welchen Stellenwert hat so ein Crossrennen in deiner Saisonplanung?

TG: Vielen Dank für die Glückwünsche! Der Wettkampf verlief eigentlich wie erhofft. Im Vorlauf habe ich zwar schon relativ viel Gas gegeben, aber das war als Training ganz gut. Im Endlauf habe ich dann vom ersten Meter Druck gemacht, damit ich am Berg und in den engen Kurven Platz und Ruhe hatte. Das ging genau auf, so konnte ich ein paar Körner sparen. In der zweiten Rennhälfte habe ich versucht, meinen Schritt zu halten und voll durchzuziehen.

Der Wettkampf ist in erster Linie eine Abwechslung zum manchmal sehr zähen Aufbautraining. Ab und zu in den Wettkampfmodus zu kommen, tut dem Kopf gut und schafft neue Motivation fürs Training.

cmb: Ist bei dir eine Hallensaison geplant?

TG: Eine Hallensaison werde ich dieses Jahr zwar machen, aber nicht klassisch über die 400 Meter und mit Deutschen Meisterschaften. Anfang Januar werde ich mit meinem Trainingskollegen Johannes Trefz und den Münchner Mittelstreckenmädels ins Trainingslager nach Portugal fliegen. Danach werd ich zwar Wettkämpfe in der Halle machen, aber vorwiegend über 800 Meter. Für uns großgewachsene Langsprinter sind die 400 Meter in der Halle aufgrund der engen Kurvenradien eine hohe Belastung für Knochen und Bänder. Über die 800 Meter ist das wegen der etwas geringeren Geschwindigkeit besser und ich kann die Wettkampfhärte für den Sommer sehr gut trainieren.

cmb: Was sind die Ziele für den Sommer?

TG: Mein größtes Ziel für den Sommer ist, konstant unter 50 Sekunden laufen zu können. Klar hoffe ich auch auf einen Ausreißer nach unten, um die WM-Norm zu knacken, aber für mich persönlich ist das zweitrangig im Hinblick auf das langfristige Ziel Olympia in Rio 2016. Da muss ich jetzt auch schauen, dass ich die Qualität in Training und Wettkampf wiederherstellen kann, die in den letzten beiden Jahren wegen meiner Fußverletzung etwas auf der Strecke geblieben ist.

Natürlich ist die DM in Nürnberg ein weiterer Saisonhöhepunkt. Da will ich zeigen, dass ich weiterhin zur deutschen Spitze gehöre und meinen Podestplatz aus den letzten Jahren mindestens bestätigen!

cmb: Du hast deinen Vertrag bei der LG Stadtwerke München gerade um ein Jahr verlängert, das freut uns natürlich sehr! Wie kam es zu der Entscheidung?

TG: Die Entscheidung fiel nicht sehr schwer. Ich bin in München fest verankert – sowohl das Studium als auch das gesamte sportliche und private Umfeld betreffend. Ich fühle mich einfach wohl und habe in den letzten Jahren für mich optimale und professionelle Bedingungen schaffen können. Ohne die Unterstützung der LG SWM wäre das nicht gegangen. Nicht nur wegen der finanziellen Unterstützung, sondern auch weil das professionell arbeitende Team im Hintergrund Rückhalt und Motivation bringt und uns Athleten die nötige Ruhe fürs Training verschafft. Deswegen möchte ich natürlich auch in Zukunft Teil dieses Vereins sein und bin sehr gespannt wie sich die Leichtathletik in München entwickeln wird!

Foto: Kiefner