Buenos días!

Mit kühnsten Versprechungen und malerischen Bildern wurde ich dieses Jahr von einer befreundeten Trainingsgruppe über Ostern nach Mallorca gelockt. „Wunderschöne Unterkunft“, „ganz neue Anlage mit allem Schnickschnack“ und „immer gutes Wetter“, hieß es. Nach der Fahrt mit der ersten S-Bahn zum Münchner Flughafen (Treffpunkt 04.45 Uhr), war mir schonmal klar: Ich wünschte, der Edmund hätte sich mit dem Transrapid durchgesetzt! Aber gut, ich will nicht meckern, schließlich hatte ich zwei Wochen Sonnenschein vor mir. Die kurze Verzögerung durch das enteisen (!) unserer Maschine hat die Stimmung nicht getrübt und nach guten zwei Stunden sind wir gerädert, aber gut gelaunt in Palma gelandet. Wir wurden dann auch sogleich freundlich von einer dichten Wolkendecke und ca. 15 Grad Celsius empfangen – immerhin besser als knapp über Null in München. Die 45 Min. am Gepäckband vergingen wie im Flug und nur weitere 45 Min. später hatten wir auch schon unsere Mietautos. Der Spanier ist halt eher gemütlich. Auf dem Weg vom Flughafen nach Port d’Andratx färbte sich der Himmel langsam blau und nachdem sich das Auto auch den letzten steilen Anstieg hoch gequält hat ohne sich von den 50cm tiefen Schlaglöchern irritieren zu lassen, schien uns die Sonne mit voller Kraft ins Gesicht. Ich will auch nicht um den heißen Brei herum reden, man hat mir nicht zu viel versprochen. Uns erwarteten zwei komplett ausgestattete Villen mit eigenem Pool und einem atemberaubenden Blick auf’s Meer. Und das kostenlose W-Lan ist sogar recht schnell, wenn es denn funktioniert.

Das Stadion in Magalluf hat ebenfalls die Erwartungen voll erfüllt. Die Anlage ist knapp zwei Jahre alt und in bestem Zustand. Es gibt sogar zwei Mondobahnen am Berg mit unterschiedlicher Steigung und jeweils etwa 120m Länge. Für die drei Regentage im Jahr steht unter der Tribüne ein Laufschlauch mit acht Bahnen zur Verfügung. Trotz der relativ starken Auslastung, neben allerlei internationaler Trainingsgruppen sind auch Wattenscheid, Leverkusen und Dresden mit Delegationen vertreten, findet man immer eine freie Bahn und sollte der Kraftraum voll sein, kann man auf das benachbarte Fitnesstudio ausweichen. Seitdem laufen die Tage im typischen Trainingslager-Rhythmus ab: Essen, trainieren, essen, schlafen, trainieren, essen, schlafen. Etwa alle drei Tage wird allerdings mindestens eine der beiden Trainingseinheiten durch einen Ausflug oder ein ausgiebiges Sonnenbad ersetzt, als Sprinter muss man schließlich auch auf die Regeneration achten. Dank dieser ausgeklügelten Planung erfreuen wir uns alle bester Gesundheit und können das Training planmäßig durchziehen. Der Sommer kann also kommen… Adios