Sebastian Kottmann ist Deutscher U20-Meister im Dreisprung

Sebastian Kottmann ist Deutscher U20-Meister im Dreisprung

Ein kompletter Medaillensatz und elf Top8-Platzierungen waren die Ausbeute der LG Stadtwerke München bei den parallel ausgetragenen Deutschen Meisterschaften der U18- und U20-Nachswuchsklassen in Rostock. Mit 18 Athletinnen und Athleten war die Leichtathletik-Gemeinschaft aus der bayerischen Landeshauptstadt bei äußerst wechselhafter Witterung von Freitag bis Sonntag (30. Juli bis 1. August) an der Ostseeküste vertreten. Mehrkämpfer Sebastian Kottmann, der gegen die Spezialisten den Dreisprung gewann und im Hochsprung Bronze holte, und der mit Silber dekorierte Kugelstoßer Joel Akue ragen aus den Reihen der Münchner heraus.

Eine Vorliebe für den Dreisprung hatte Sebastian Kottmann zwar schon länger, der Gewinn des deutschen Meistertitels durch den vielseitigen Mehrkämpfer ist dennoch eine große Überraschung


Der Dreisprung der männlichen U20 endete mit einer faustdicken Überraschung: Denn LG-SWM-Athlet Sebastian Kottmann war lediglich mit der fünftbesten Vorleistung (14,40 Meter) angereist. Doch im ersten Versuch schockte der junge Münchner, der noch ein weiteres Jahr in dieser Altersklasse startberechtigt ist, seine insgesamt sieben zugelassenen Konkurrenten mit einer gewaltigen Leistungssteigerung auf 15,07 Meter (Wind: +0,9 Meter pro Sekunde), der bundesweit zweitbesten in diesem Sommer gesprungenen Weite. In der Folge ließ er sich bei immer stärker werdendem Regen nicht mehr von der Spitzenposition verdrängen, obwohl seine weiteren fünf Versuche ungültig waren. Topfavorit Pascal Boden (Dresdner SC), der mit der deutschen Jahresbestweite von 15,46 Meter angereist war, blieb mit 14,83 Metern lediglich Platz zwei.

Die Titelkämpfe in Rostock wird Kottmann noch aus einem weiteren Grund in allerbester Erinnerung behalten. Denn auch im Hochsprung sicherte er sich eine Medaille und zwar die bronzene. Mit überquerten 2,03 Meter verbesserte er seinen Hausrekord um vier Zentimeter. Bis 1,99 Meter hatte Kottmann sämtliche Höhen im ersten Versuch überquert, die 2,03 Meter dann im zweiten Anlauf. Kein bayerischer Athlet seines Alters ist in diesem Jahr bislang höher gesprungen. Dabei ist Kottmann keineswegs nur auf den Hochsprung spezialisiert, wie sein Dreisprung-Erfolg zeigt. Mit Trainer Markus Morbitzer hat Kottmann durchaus auch schon Mehrkampferfolge gefeiert.


Ebenfalls in der männlichen U20 gab es für die LG Stadtwerke Silber im Kugelstoßen. Im Duell der drei U20-EM-Teilnehmer von Tallinn wurde Joel Akue mit 18,84 Metern Zweiter hinter Steven Richter (LV 90 Erzgebirge/19,83 Meter). Claudio Stoessel (SC Neubrandenburg), der in Tallinn Bronze gewonnen hatte, wurde mit 18,75 Metern Dritter. Akue hatte Mitte Juli in der estnischen Hauptstadt Platz acht belegt. Der 19-jährige Münchner hatte sich bereits im Vorjahr die Vizemeisterschaft bei den unter 20-jährigen gesichert.

In der Rostocker-U20-Kugelstoßkonkurrenz war die LG SWM mit insgesamt drei Athleten von Trainer Andreas Bücheler vertreten, die erfreulicherweise allesamt den Endkampf der besten Acht erreichten. Dominik Idzan, der dem jüngeren U20-Jahrgang angehört, zeigte sich wieder deutlich verbessert zu den Vorwochen und belegte mit 18,68 Metern letztendlich Rang vier. Respektabler Achter wurde Alexander Schaller mit 17,61 Meter, eine Weite, die nur wenige Zentimeter unter seine Bestleistung mit der Sechs-Kilogramm-Kugel liegt. Schallers Spezialdisziplin ist der Diskuswurf. Hier belegte er mit einer Weite von 57,59 Metern Rang fünf.

Platz eins in Bayern, Platz fünf deutschlandweit – die noch 15-jährige Anna Becker überzeugt auf der Stadionrunde


Und noch drei weitere Münchner Nachwuchstalente erreichten fünfte Plätze. Einer ging aufs Konto von Anna Becker. Die 400-Meter-Läuferin, die bei ihrem Debüt über die viertel Meile auf Anhieb Bayerische Meisterin der U18 wurde, verbesserte ihre Bestzeit von bislang 57,00 Sekunden im Finale auf nunmehr 56,60 Sekunden – die bayernweit beste U18-Zeit und die sechstbeste Leistung national. Fünfte wurde weiterhin Mehrkämpferin Luisa Tremel. Sie überquerte im Hochsprung 1,70 Meter. Juliane Früh, die zweite Münchnerin im Feld, meisterte die identische Höhe, landete letztendlich aber auf Rang acht, da sie sich mehrere Fehlversuche geleistet hatte.

Mit Platz fünf auf nationaler Bühne verabschiedet sich Mikosch Dahmen vom Leistungssport


Mit Platz fünf in der Kugelstoßkonkurrenz der U18 verabschiedete sich Mikosch Dahmen vom aktiven Leistungssport. Lange hatte der noch 16-jährige seine Entscheidung geplant. Der Bronzemedaillengewinner der Deutschen Schülermeisterschaften von 2019 und mehrfache Bayerische Meister erreichte mit 16,32 Metern einmal mehr ein achtes Resultat. Dahmen möchte dem Kugelstoßen weiter treu bleiben, strebt aber als nächstes auch eine Trainerlizenz an.

Sprinter Florian Knerlein tat sich beim Gewinn der 100-Meter-Silbermedaille bei den Junioren in Koblenz leichter als am Wochenende gegen Gleichaltrige in Rostock


Nicht ganz zufrieden mit seinem Abschneiden am DM-Wochenende war Kurzsprinter Florian Knerlein. Ende Juni hatte er bei der Junioren-DM gegen bis zu drei Jahre ältere Kontrahenten noch Silber über 100 Meter gewonnen. In seiner Altersklasse musste er sich im Finale nun mit Rang sechs begnügen. 10,75 Sekunden lang war er im Endlauf aufgrund kleinerer technischer Schwierigkeiten unterwegs, 10,55 Sekunden ist Knerlein in diesem Sommer schon gelaufen. Und auch über 200 Meter am Abschlusstag blieb dem dreifachen Deutschen U18-Meister von 2019 ein Erfolgserlebnis verwehrt. Zwar gewann er sein Halbfinale in überzeugenden 21,75 Sekunden, jedoch war er in der Kurve auf die innere Bahnlinierung getreten und wurde deshalb nachträglich disqualifiziert.

Um knapp zwei Sekunden steigerte Finn Hösch seine 2000-Meter-Hindernis Bestleistung im DM-Rennen in Rostock


Mit sich und der Welt zufrieden war hingegen Finn Hösch, der im Rennen über 2000-Meter-Hindernis der U20 als Sechster seine Bestzeit auf 6:05,42 Minuten, hatte drücken können.

Julika Bonewit kratzte in Rostock zum wiederholten Male in diesem Sommer an der 15-Meter-Marke


Jeweils siebte Ränge gab es für zwei junge Athletinnen der U18-Wurffraktion. Einen holte Kugelstoßerin Julika Bonewit mit neuer persönlicher Bestweite von 14,94 Metern. Der andere ging aufs Konto von Diskuswerferin Anna Sophie Hilgenberg, deren weitester Versuch mit 39,17 Meter vermessen wurde.

Weiterhin in Münchner Trikot waren am Start:

Männliche U20
Vincent Saller, 100-Meter-Vorlauf, 10,99 Sekunden
Vincent Saller, 200 Meter-Halbfinals, 22,43 Sekunden
Joel Akue, Diskuswurf, 45,89 Meter, 15. Platz

Weibliche U20
Viola John, 100-Meter-Vorlauf, 12,21 Sekunden
Viola John, 200-Meter-Halbfinals, 25,31 Sekunden
Rosalie Hausdorf, 3000 Meter, 10:30:04 Minuten, 14. Platz
Rosalie Hausdorf, 2000-Meter-Hindernis, 7:26,04 Minuten (PB), 17. Platz

Männliche U18
Luca Haller, 400-Meter-Halbfinals, 51,96 Sekunden
Tobias Tent, 3000 Meter, 9:05,01 Minuten, 11. Platz
Moritz Mühlpointner, 2000-Meter-Hindernis, 6:33,80 Minuten, 16. Platz

Eine vollständige Ergebnisliste der Deutschen Jugendmeisterschaften U18/U20 2021 finden Sie hier.

Alle Bilder: Claus Habermann

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