Am bevorstehenden Wochenende finden im mittelhessischen Wetzlar die Deutschen U23-Meisterschaften statt. Die LG Stadtwerke München hatte ursprünglich 13 Aktive für diese nationalen Titelkämpfe angemeldet. Mit Selina Dantzler und Paulina Huber müssen jedoch zwei Medaillenanwärterinnen kurzfristig ihre Teilnahme absagen.

Die noch in der U20-Altersklasse startberechtigte Selina Dantzler ist am Montag aus Miami/Florida nach München zurückgekehrt. Seit dem letzten Herbst studiert die 19-Jährige an der Universität von Miami und hat nach kleineren Anlaufschwierigkeiten eine erfolgreiche Hallensaison in den USA bestritten. Größter Erfolg der U18-Weltmeisterin im Kugelstoßen war der dritte Platz bei den Meisterschaften der Atlantic Coast Conference. Und auch ein erster Freiluftwettkampf glückte – die Ende März erzielten 15,20 Meter bedeuten aktuell Rang drei in der DLV-Bestenliste. Im weiteren Aufbautraining für den Sommer wurde Dantzler dann von einer Entzündung im Knie ausgebremst, die einen operativen Eingriff erforderte. Trotz alternativen Trainings kommt ein Start in Wetzlar nun zu früh. Die Saison wollen Dantzler und ihr Trainer Andreas Bücheler dennoch nicht vorzeitig abschreiben. Sie werden nach Dantzlers erster Verletzungspause überhaupt alles daran setzen, um den Aufbau erfolgreich zu gestalten und möglichst bald wieder in den Ring zurückzukehren.

Auf einen Start in Wetzlar muss schweren Herzens auch Hürdensprinterin Paulina Huber verzichten. Ein im Training zugezogener Muskelfaserriss im Oberschenkel hinderte die 21-Jährige nun mehrere Wochen am Hürdenlaufen. Zugezogen hat Huber ihn sich einige Tage vor ihrer Rückkehr auf die Tartanbahn Ende Mai in Weinheim. Nach einjähriger Verletzungspause in Folge von Fußproblemen stieg sie dort mit einer starken Zeit von 13,85 Sekunden wieder ein – und das obwohl sie die Hürden nach Aussage ihres Trainers Patrick Saile sehr passiv angegangen ist. Die Münchnerin, die die fünftbeste Meldezeit aufweisen kann, hätte neben der Medaillenjagd auch alles daran gesetzt, im Stadion am Karl-Kellner-Ring die Normanforderung für die U23-Europameisterschaften im Juli (13,40 Sekunden) anzugreifen, denn mit der DM in Wetzlar endet auch der Zeitraum zur Erfüllung der geforderten Leistung. Somit heißt es für Huber erneut, sich in Geduld zu üben, um vollständig genesen auf eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte hinzuarbeiten.

Gänzlich anders ergeht es für das bevorstehende Wochenende Dreispringer Paul Walschburger. Er reist mit der besten Vorleistung im Feld an. Der Schützling von Coach Richard Kick hat im Hop-Step-Jump heuer bereits 15,66 Meter zu Buche stehen und ist bei übertretenen Versuchen in Ingolstadt und München schon jenseits der 16-Meter-Marke gelandet. 15,95 Meter, exakt Walschburgers Bestleistung, fordert der Deutsche Leichtathletik-Verband für eine Teilnahme an der U23-EM. Diese möchte liebend gerne auch Christopher Garritsen (TSV Bayer Leverkusen) angreifen, der auf Platz zwei der Meldeliste rangiert und in diesem Sommer bereits 15,21 Meter weit gesprungen ist.

Im Vorjahr gewann Kalis den Vizemeistertitel bei den Juniorinnen, Foto: Theo Kiefner

Über 800 Meter der Juniorinnen führt der Weg zum Titel definitiv über die LG-SWM-Vertreterin Mareen Kalis. Diese hatte zwar zuletzt mit Heuschnupfen zu kämpfen, doch ihre 2:04,95 Minuten wurden heuer einzig von Jana Reinert (LG Region Karlsruhe), die seit letztem Herbst ebenfalls mit der erfolgreichen Münchner Mittelstrecken-Gruppe trainiert, übertroffen. Kalis startet am späten Freitagabend noch beim Anhalt Meeting in Dessau. Bis Sonntagnachmittag stehen der 22-Jährigen demnach drei 800-Meter-Rennen bevor. Eines davon sollte sie mit einer Zeit von 2:03,80 Minuten oder besser beenden, um sich für die internationale Meisterschaft ihrer Altersklasse in Gävle/Schweden qualifizieren zu können.

2,18 Meter stehen in dieser Freiluftsaison bereits für Hochspringer Lucas Mihota zu Buche. Im zwölfköpfigen Teilnehmerfeld liegt in der Starterliste einzig Jonas Wagner (Dresdner SC/2,24 Meter) vor dem Schützling von Sebastian Kneifel.

Im Weitsprung sind David Faltenbacher und Yannick Wolf jeweils mit 7,35 Metern gemeldet, was in der Startliste die Positionen fünf und sechs ergibt.
Martin Knauer startet im Kugelstoßen und Diskuswerfen. Der Schützling von Trainer Andreas Bücheler ist mit der Kugel während seines Studienaufenthalts in den USA auf 18,07 Meter gekommen, womit er Platz vier des Melderankings einnimmt. Im Diskuswurf reist Knauer mit dem fünftbesten Saisonergebnis (51,02 Meter) an.

Unter den Top6 einreihen würde sich liebend gerne eine 3×1000-Meter-Staffel in der Besetzung Cornelius Rüth, Vincent Schwenk und Sebastian Gleissl.

Die jüngste LG-SWM-Starterin in Wetzlar wird Stabhochspringerin Julia Zintl sein. Die 17-Jährige möchte sich gegen teilweise vier Jahre ältere Konkurrentinnen die Möglichkeit auf einen Startplatz bei der Junioren-Gala in Mannheim Ende Juni erhalten. Dort werden die Ticket für die internationalen Wettbewerbe vergeben. Zintls Bestleistung beträgt 3,81 Meter.

Mit von der Partie ist auch 110-Meter-Hürdenläufer Florian Partenfelder, der heuer in Ingolstadt auf 15,22 Sekunden gekommen ist.

Live-Ergebnisse aus Wetzlar gibt es hier. Zudem stellt der Deutsche Leichtathletik-Verband im Anschluss an die Meisterschaft Video-Clips aller Finals auf leichtathletik.de zur Verfügung.