Nachgefragt bei… Laura Gröll

Nachgefragt bei… Laura Gröll

Hochspringerin Laura Gröll kam im Herbst 2017 aus Mittelfranken zum Studium an die Isar und wechselte kurz darauf auch von der LG Eckental zur LG Stadtwerke München. Mit neuem Trainer, Landestrainer Sebastian Kneifel, wollte die 21-Jährige sogleich an ihre bisherigen Erfolge und Höhen anknüpfen, wurde dabei jedoch von einem langwierigen Mittelfußbruch ausgebremst. Etwas mehr als ein Jahr später steht sie, wieder vollständig genesen, vor dem Start in die Freiluftsaison.

Als DM-Dritte von 2017 mit einer Bestleistung von 1,88 Meter fiel dein letzter Sommer infolge einer Fußverletzung nahezu komplett aus. Was war im Training möglich?

Laura: Ich habe in meiner Verletzungspause sehr viel alternativ trainiert. Hauptsächlich Aquajogging, Spinning und Stabilisation – das war nicht wirklich abwechslungsreich. Ich habe die Zeit genutzt, um wieder gesund und fit zu werden. Technikeinheiten standen zu der Zeit eher im Hintergrund, zumal ich lange nur einen Fuß belasten durfte.

Du bist am Ende des Sommers in Eberstadt dann noch 1,74 Meter hoch gesprungen. Sieht man daran, dass du die Zeit gut nutzen konntest und wieder Kurs auf neue Erfolge nimmst?

Laura: Eberstadt stand gar nicht auf dem Plan, aber als feststand, dass dieses traditionsreiche Meeting in 2018 das letzte Mal ausgetragen wurde, haben wir relativ kurzfristig entschieden, daran teilnehmen. Das sollte einfach nur Spaß machen, ich bin ohne Erwartungen in den Wettkampf und hatte auch keinerlei Leistungsdruck. Die „richtige“ Arbeit auf zukünftige Erfolge hat erst nach Eberstadt mit der Aufbauphase wieder begonnen.

Laura Gröll von der LG Stadtwerke München
Hochspringerin Laura Gröll, Foto: Marcus Buck

In der abgelaufenen Hallensaison bist du nicht so richtig in Schwung gekommen und hast dich dann wieder auf das Training fokussiert. Fehlen dir aus dem letzten Jahr einfach noch hunderte Trainingssprünge?

Laura: Natürlich fehlen viele Sprünge, sowohl an der Anlage als auch Mehrfachsprünge. Dadurch, dass das schon mein zweiter Mittelfußbruch war, habe ich insgesamt ein ganzes Jahr nicht speziell trainiert. Es fehlen also sehr viele Einheiten, egal ob Kraft, Ausdauer, Sprünge oder Schnelligkeit. Darunter leidet natürlich die Sicherheit und in der Folge auch ein wenig das Selbstvertrauen. Beides galt und gilt es wiederzuerlangen, weshalb mein Trainer und ich entschieden haben, mir einfach die nötige Zeit zu geben, um ein wenig von dem aufzuarbeiten, was fehlt. Aber die Zeit und die Trainingseinheiten, die mir die Verletzungen genommen hat, ist unwiederbringlich verloren.

Welche Komponenten müssen aus deiner Sicht ineinandergreifen, um wieder möglichst hoch zu springen?

Laura: Spaß, Gesundheit und Verletzungsfreiheit, (Selbst-)Vertrauen, Routine, technische Sicherheit und Struktur. Und natürlich müssen die Zubringerwerte stimmen. Das sind meiner Meinung nach die wichtigsten Komponenten.

Und was davon klappt bereits ganz gut?

Laura: An Spaß hat es mir eigentlich nie gefehlt. Ich bin gesund und verletzungsfrei und somit auf dem besten Weg, die Sicherheit wiederzuerlangen. Ich würde sagen würde, ich bin, was die einzelnen Komponenten angeht, gerade sehr erfolgreich.

Du hast im März ein dreiwöchiges Trainingslager unter besten klimatischen Bedingungen in Südafrika absolviert. Lief es auch in Bezug auf die Trainingserfolge ideal?

Laura: In Südafrika könnte ich sehr gut arbeiten. Die Trainingserfolge waren sichtbar und ich konnte mich in sehr vielen Bereichen verbessern, ja.

Wann und wo wirst du in Freiluftsaison einsteigen und welche Ziele hast du dir gesteckt?

Laura: Ich starte am 4. Mai beim Bayern-Cup in die Saison. Mein Saisonziel ist die Teilnahme an den U23-Europameisterschaften im Juli in Schweden. Und natürlich, dass ich den Spaß nicht verliere und auch mit kleinen Erfolgen zufrieden bin.

Du bist im April 21 Jahre „alt“ geworden. Wie weit planst du sportlich gesehen in die Zukunft?

Laura: Zum jetzigen Zeitpunkt ist Sport das, was mich ausmacht, und ich wünsche mir, dass das noch möglichst lange so bleibt. Natürlich lauten die langfristigen Ziele EM, WM und vor allem Olympia. Aber erstmal gilt es, verletzungsfrei durchzukommen, meine Trainingsleistungen kontinuierlich zu steigern, mir mehr zu vertrauen, meine Leistungen zu schätzen und geduldig mit mir und meiner Entwicklung zu sein. Olympia 2024 könnte klappen, sofern ich gesund bleibe und gut trainieren kann.

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