Während die „Spezialisten“ bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig ihre Titelkämpfe austrugen, haben sich die Mehrkämpfer von Jung bis Alt am Wochenende 27./28. Februar in Fürth getroffen. Gleich vorneweg: die Stimmung war grandios, die Teilnehmerfelder über alle Altersklassen hinweg gut gefüllt und Ergebnisse durchaus beachtlich. Die Bilanz der LG Stadtwerke München: Eine Gold-Medaille in der Mannschaftswertung der Männer im Siebenkampf.

Die drei Neu-Münchner Jakob Siebler, Tom Rieger und Max Koch setzten sich direkt nach dem 60m-Lauf an die Spitze und bauten ihren Vorsprung immer weiter aus. Mit 13.567 Punkten lagen sie am Ende mehr als 900 Zähler vor der Mannschaft des MTV Ingolstadt und holten damit den ersten Landestitel des Jahres für die LG Stadtwerke München.
Medizinstudent Siebler, der in der Einzelwertung des stark besetzten Teilnehmerfeldes den 4. Platz erreichte (4.758 Punkte), überzeugte mit ausgeglichenen Leistungen auf sehr hohem Niveau, wobei vor allem sein Stabhochsprung über 4,30m und sein 60m-Hürdenlauf (8,87s) hervorzuheben sind. Auf dem 6. Platz (4.486 Punkte) landete M30-Athlet Rieger, dessen stärkste Disziplin der Weitsprung mit 6,40m war. Direkt hinter ihm platzierte sich Medizinstudent Koch (4.323 Punkte), der im Hochsprung mit 1,81m glänzte.

Viel Pech hingegen hatte U18-Mehrkämpfer Claudio Kaserer. Nach starken 7,40s über 60m lag er am Ende des ersten Tages sogar in Führung, musste aber aufgrund einer Zerrung im Oberschenkel vorzeitig aufgeben, um im Hinblick auf die lange Sommersaison keine gravierenderen Verletzungen zu riskieren.

Die Teilnehmer in der männlichen U16-Alterklasse Anton Steinpichler, Florian Unold und Florian Zeitler landeten in der Mannschaftwertung auf Rang 4, die beiden Florians jeweils in ihrer Altersklasse auf dem 6. Platz. Gerade Florian Unold hat sich über die fünf Disziplinen trotz Handicap im Fußgelenk durchgebissen und auch seinen Teamkollegen Anton „mitgerissen“, der mit einer schmerzhaften Zehenverletzung zwischen Weitermachen und Aufhören schwankte. Florian Zeitler lief über 1.000m fast so schnell wie die Männer und zeigte einmal mehr seine läuferischen Stärken.

Bei den U14-Mädels zeigte Gabrielle Martin mit einem beherzten 800m-Lauf, was in ihr steckt und landete in der Gesamtwertung auf Platz 8. Nadine Brutscher errang mit neuer persönlicher Bestzeit über 60m Hürden und einer Steigerung im Fünfkampf mit über 400 Punkten zum Vorjahr einen hervorragenden 6. Platz bei den Frauen.

Auch Elisabeth Hafenrichter – die Ruhe in Person – markierte mit drei persönlichen Bestleistungen über 60m Hürden, im Kugelstoß und im Fünfkampf ihre Visitenkarte für die Siebenkampf-Wettbewerbe im Sommer. Für Denise Jaeschke, Claudio Kaserer und Jil Maier ging der Tag leider nicht glücklich zu Ende – sie mussten verletzungsbedingt vorzeitig aus den Wettbewerben ausscheiden. Gute Besserung an dieser Stelle und auf ein baldiges Wiedersehen im Mehrkampf.

Die „kurzen Mehrkämpfe“ mit dem Fünf- bzw. Siebenkampf ziehen auch immer wieder Disziplinspezialisten an und sorgen so für die ein oder andere Überraschung. Korbinian Sückfüll aus Gräfelfing meisterte tolle 4,90m im Stabhochsprung – die 5m waren in greifbarer Nähe. Die männlichen unter 20-Jährigen lieferten sich im Hochsprung einen spannenden Wettkampf, die Schülerinnen und Schüler steigerten sich beim Weitsprung und so fort. Viele Wettbewerbe wurden aktiv beklatscht. Kurzum – eine gelungene Veranstaltung in Fürth, Gratulation nach Nordbayern.

Foto: Günter Mayer