Johannes Trefz von der LG Stadtwerke München setzt sich durch
Als Jahresbester und Titelverteidiger gilt Johannes Trefz als Favorit über 400 Meter, Foto: Theo Kiefner

Das Steigerwaldstadion in Erfurt ist am kommenden Wochenende (8./9. Juli) Austragungsort der 117. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Männer und Frauen, in die die nationalen Titelkämpfe in den Jugend-Langstaffeln der U20 inkludiert sind. Für die LG Stadtwerke München werden in den Einzeldisziplinen sechs Frauen und sieben Männer an den Start gehen. Des Weiteren sind 4×400-Meter-Staffeln der Frauen und Männer sowie der weiblichen U20-Altersklasse vorgesehen.

Rückblick: Im Vorjahr in Kassel gewann die LG SWM durch Christina Hering (800 Meter), Johannes Trefz (400 Meter) sowie die 4×400-Meter-Staffel der Männer drei Titel. Bei den ausgelagerten Langstaffelmeisterschaften folgte dann in Mönchengladbach auch noch der 3×800-Meter-Titel der Frauen inklusive deutschem Juniorenrekord. Diese beachtliche Bilanz würde die Münchner Abordnung heuer liebend gerne wiederholen.

Hering beispielsweise ist gleich doppelt motiviert. Zum einen könnte sich die 22-Jährige bereits den dritten Freiluft-Titel über 800 Meter sichern, zum anderen soll endlich die WM-Norm für London geknackt werden. Die steht bei 2:01 Minuten, die Münchnerin ist heuer bislang 2:01,35 Minuten gelaufen und hatte im Saisonverlauf mehrfach mit schwierigen Witterungsbedingungen zu kämpfen. Man darf gespannt sein, welche Taktik ihr Trainer Daniel Stoll für Vorlauf und Finale mitgeben wird.

Langsprinter Johannes Trefz will seinen Vorjahrestitel über die Stadionrunde unbedingt verteidigen. Die Vorzeichen stehen gut: mit 46,35 Sekunden führt der 25-jährige Biologiestudent die diesjährige nationale Bestenliste an.

Auch die 4×400-Meter-Staffel möchte bei der Siegerehrung wieder ganz oben auf dem Treppchen stehen, obwohl mit Tobias Giehl, dem Silbermedaillengewinner des Vorjahres über 400-Meter-Hürden, ein wichtiger Leistungsträger und Baustein verletzungsbedingt aussetzen muss. Richten sollen es diesmal Adrian König-Rannenberg, Laurin Walter, Benedikt Wiesend und natürlich Johannes Trefz.

Abhängig vom Rennverlauf könnten auch Mareen Kalis (800 Meter) und Katharina Trost (1500 Meter) – Mitte Juni Siegerinnen bei der deutschen Juniorenmeisterschaft – weit nach vorne laufen und möglicherweise sogar im Kampf um die Medaillen mitmischen. Auch mit Trainingskollegin Christine Gess ist über die Mittelstrecken-Distanzen zu rechnen.

Spannung verspricht weiterhin das Hammerwerfen der Männer: Johannes Bichler bringt hier mit 71,49 Meter die drittbeste Leistung des Feldes mit. Nachdem der 27-Jährige in den Vorjahren jeweils knapp am Podest vorbeigeschrammt ist, möchte er sich diesmal unbedingt mit einer Medaille belohnen. Auch im Hürdensprint ist mit Finalteilnahmen und vorderen Rängen zu rechnen. Realisieren sollen diese über 100-Meter-Hürden die deutsche U23-Vizemeisterin Paulina Huber und bei den Männern über 110-Meter-Hürden Sebastian Barth, der mit seiner Bestzeit von 13,77 Sekunden aus diesem Jahr zur deutschen Top sechs gehört. Den Sprung ins Finale strebt in einer bärenstark besetzten Speerwurf-Konkurrenz Jonas Bonewit an. Kugelstoßer Valentin Döbler nimmt vor seiner EM-Teilnahme die 19-Meter-Marke fest ins Visier.

Komplettiert wird das LG-SWM-Team in den Einzeldisziplinen durch Hammerwerferin Anna Arlt, 800-Meter-Läufer Adrian König-Rannenberg sowie Benedikt Wiesend, der über 200 und 400 Meter die Qualifikation erreicht hat.

Ein weiteres Trumpfass der Münchner LG ist die 4×400-Meter-Staffel der weiblichen U20, die mit ihren 3:52,99 Minuten die zweitbeste Meldeleistung mit nach Erfurt bringt. Amalie Korn, Sandy Opeola, Stephanie Rettenberger und Louise Wieland reisen daher ebenfalls hochmotiviert zu den Meisterschaften an.

Nicht starten werden in Erfurt Hochspringer Tobias Potye, der den Fokus voll auf die bevorstehende U23-EM setzt, sowie U20-Dreispringer Paul Walschburger, der nach seinem Sprung auf 15,60 Meter am Vorwochenende eine leichte Fersenprellung auskuriert.

ARD und ZDF übertragen die Deutschen Meisterschaften an beiden Wettkampftagen in fast vier Stunden live. Am Samstag gibt es die Titelkämpfe von 18 bis 19:55 Uhr live in der ARD, am Sonntag ist von 16 bis 16:25 Uhr und von 17:25 bis 18:55 Uhr das ZDF am Zug. Zudem bietet die Redaktion von leichtathletik.de umfassenden Live-Service.

Hier geht es zu Zeitplan und Teilnehmerliste der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften.