Insgesamt 18 Aktive hat die LG Stadtwerke München für die 116. Deutsche Leichtathletik-Meisterschaft am kommenden Wochenende in Kassel für Einzeldisziplinen nominiert – damit ist die Stadtwerke-Formation schon mal quantitativ größtes Team des Freistaats. Dazu kommen bei den Männern und Frauen jeweils noch Staffeln über 4×100 sowie 4×400 Meter. Auch qualitativ ist die Stadtwerke-Formation hochwertig besetzt. Ein halbes Dutzend Sportlerinnen und Sportler hat berechtigte Medaillen- oder sogar Titelchancen. ARD und ZDF übertragen live aus dem Auestadion.

Heißestes Eisen im Feuer bei den LG-Frauen ist zweifelsohne 800-Meter-Läuferin Christina Hering. Die 21-Jährige führt die Meldeliste mit großem Vorsprung an. Die Tatsache, die Olympia-Norm für Rio bereits schon frühzeitig mit einer Zeit von 2:00,37 Minuten geknackt zu haben, sollte zusätzliches Selbstvertrauen geben. „Ich kann noch schneller laufen“, erklärt die seit Jugendzeiten von Daniel Stoll betreute Sportwissenschaftsstudentin selbstbewusst. Im Windschatten Herings wollen auch die Vereinskolleginnen Mareen Kalis und Christine Gess den Finaleinzug schaffen, ja vielleicht bei günstigem Rennverlauf an die Podiumsplätze hinschnuppern.

Über 400 Meter Hürden der Männer führt der Weg zum Titel zweifelsohne nur über das Stadtwerke-Ass Tobias Giehl (Foto), der nach bislang drei nationalen Vizemeistertiteln nun endlich die oberste Stufe des Siegerpodestes besteigen will. Der Schützling von Peter Rabenseifner und Korbinian Mayr hat mit 49,93 Sekunden als bislang einziger Deutscher die EM-Norm für Amsterdam geknackt: „Das war noch kein perfektes Rennen. Da gab es kleine Fehler. Da geht noch Einiges“, sagt der ehemalige U20-Europameister und deutet an, dass er die für Rio geforderten 49,40 Sekunden im Kasseler Auestadion in Angriff nehmen möchte.

Die 400 Meter „flach“ sind die Stärke von Johannes Trefz, der die zweitschnellste Meldezeit (46,02 Sekunden) stehen hat. Er will das Rio-Ticket im Einzel lösen und sich zudem für die Nationalstaffel empfehlen will. Mit dieser ist er diese Woche in Luzern 3:07 Minuten gelaufen. „Minimalziel Medaille, Ziel ist den Titel nach Hause zu holen“, lautet die Kampfansage des Zweimetermannes für Kassel. Jeweils Ränge unter den ersten drei peilen weiterhin über die Viertelmeile die Stadtwerke-Quartette sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen an. Laut LG-Geschäftsführer Christian Gadenne ein „durchaus realistisches“ Unterfangen.

Chancen auf einen Top-Drei-Platz besitzt auch Hammerwerfer Simon Lang, der mit der zweitbesten Meldeleistung (72,61 Meter) anreist und erneut eine Weite jenseits der 70-Meter-Marke anbieten will. Gleiches gilt für Johannes Bichler, der national mit 71,02 Metern derzeit auf Position vier angesiedelt ist.

Seinen Ruf als Meisterschaftsläufer möchte in Kassel 5000-Meter-Läufer Clemens Bleistein bestätigen. In der laufenden Freiluftsaison ist der Medizinstudent zwar noch nicht groß in Erscheinung getreten, doch nach erfolgreich absolvierten Uni-Prüfungen hat Bleistein festgestellt, dass „die Formkurve in den letzten beiden Wochen kontinuierlich nach oben“ zeigt. Bei der Hallen-DM 2016 war Bleistein Dritter über 3000 Meter.

Jonas Bonewit möchte in einem stark besetzten Speerwurffeld einen überzeugenden Wettkampf abliefern. Hochspringer Tobias Potyes Ziel ist es, seine Saisonbestleistung von 2,12 Meter nach mehrfachen verletzungsbedingten Pausen deutlich nach oben zu schrauben.

ARD und ZDF übertragen die Titelkämpfe am 18./19. Juni trotz parallel laufender Fußball-Europameisterschaft an beiden Wettkampf-Tagen live: Am Samstag ist von ca. 14:00 bis 15:00 Uhr das ZDF am Zug, anschließend geht’s bis 17:15 Uhr im ZDF-Livestream weiter. Am Sonntag heißt es von 13:30 bis 15:00 Uhr und von 15:45 bis 18:25 Uhr ARD einschalten.

München.tv hat einige Leistungsträger der LG Stadtwerke München vor der DM bereits im Training besucht und mit ihnen über ihre Erwartungen gesprochen. Hier geht zur Sportarena.

Foto: Sabine Münch