Anne Haug, die als Läuferin für die LG Stadtwerke startet, ist beim Weltcup in Monterrey (Mexico) völlig überraschend Dritte geworden. In ihrem erst zweiten Weltcup musste sich die Sportwissenschaftlerin aus München in einen packenden Finisch nur den Favoritinnen Sarah Haskins (USA) und Ai Udea (JPN) geschlagen geben. An einer ganzen Reihe anderer favorisierter und erfahrener Athletinnen zog sie vorbei.

 

Dass Haug in der internationalen Spitze mithalten kann, hat sie erst vor wenigen Wochen bewiesen, als sie im Europacup einmal Dritte und dann sogar Erste wurde. Gleichwohl ist Weltcup eine andere Hausnummer. Haug hatte insbesondere vor dem Schwimmen ordentlich Respekt, obwohl sie auch hier im Winter deutlich zugelegt hatte und noch vor einer Woche die Kriterien des Verbandes für Weltcupstarts problemlos erfüllen konnte.

In dem engen Kanal von Monterrey gelang es ihr dann auch gut, in der großen Verfolgergruppe mitzuschwimmen und mit dem Tross der Athletinnen ohne uneinholbare Abstände nach vorn aufs Rad zu wechseln. In dieser Gruppe arbeitete sie sich langsam nach vorne und konnte sich schließlich vor dem zweiten Wechsel an deren Spitze setzen. Haug, die im Laufen mit einer 34er Zeit ohnehin zur Weltspitze im Triathlon gehört, lief dann zunächst auf Rang zwei vor. Als sie nach 3 km sah, dass sie sich von einer Sechser- Gruppe weitere Läuferinnen nicht wirklich absetzen konnte, lies sie sich in der Hitze von Monterey zunächst wieder in diese zurückfallen, um auf den letzten 2,5 km ihre Laufstärke endgültig auzuspielen – Taktisch offensichtlich die richtige Maßnahme: Mit einer Spitzenzeit von 1:57:27 fehlten am Ende auf Haskin, die zwischenzeitlich fast 1:30min vorne gelegen hatte, nur 12 sec. Und auch die erfahrene Udea war nur 6 sec vor Haug im Ziel.

Mit Rebecca Robisch kam eine weitere LG-Athletin knapp eine halbe Minute später auf den neunten Rang, die dritte Deutsche Sarah Fladung schließlich auf den 22sten.

Für Haug, die noch nicht dem Kader der DTU angehört und deswegen die Aufwendungen für solche Wettkämpfe selbst tragen muss, wird neben einem nie geplanten Podiumsplatz auch die Siegesprämie ein wenig Lohn für ihren professionellen Einsatz sein. Es wäre, nachdem sie 2011 die mit Abstand erfolgreichste Triathletin des deutschen Verbandes ist, vielleicht nicht mehr ganz so überraschend, wenn sie demnächst auch im Rahmen der  ITU World Championship Serie in Madrid nominiert wird.