Was bewegt Kamghe Gaba? Der 400 Meter-Läufer der LG Stadtwerke München bloggt in Zukunft in unregelmäßigen Abständen auf der Homepage der LG Stadtwerke München über seine Lieblingssportart Leichtathletik!

 

 

 Teil 1 – Ohne Kampfrichter keine Wettkämpfe!

Ohne Wettkämpfe gäbe es keine Saison. Was benötigt man, um einen Wettkampf überhaupt auf die Beine stellen zu können? Man braucht ein Stadion mit mindestens sechs Rundbahnen und einem Rasenplatz und einen Ausrichter. Meist richtet der ansässige Verein den Wettkampf aus. In erster Linie besteht ein Verein aus Mitgliedern, von denen sehr viele Athleten sind. Diese wiederum starten gerne und in großer Zahl aktiv bei dem besagten Wettkampf. Wie kann ein Verein aber einen Wettkampf ausrichten wenn doch so gut wie alle Mitglieder teilnehmen möchten? Genau! Es bedarf engagierter, ehrenamtlich arbeitender Mitglieder, welche vom Wettkampfgeschehen die nötige Ahnung haben.

Die Kampfrichter stellen sich, an ihren freien Wochenenden, dem Wettkampf helfend zur Verfügung, aus Liebe zum Sport. Das ist der Grund, weshalb Wettkämpfe für Groß und Klein, Anfänger und Fortgeschrittene, Münchner Meister und Olympiateilnehmer, immer wieder möglich sind. Doch leider gibt es immer weniger Vertreter dieser aussterbenden Spezies! Personen ohne kommerziellen Gedanken. Menschen mit Herz und Leidenschaft für die Leichtathletik! 

Sie stehen oft den halben Tag – oder auch viel länger – auf dem Platz und sorgen für präzise Ergebnismessungen und ein reibungsloses Geschehen im Wettkampf.

Für Athleten wie mich z.B. ist das häufig einfach selbstverständlich. Meist geht mit der Routine der nötige Respekt verloren und eine gleichgültige Wahrnehmung macht sich breit. Doch dass ohne die besagten Kampfrichter ein solcher Wettkampf nicht machbar ist, daran sollte man sich immer wieder erinnern.

Somit ist es doch mehr als wünschenswert, diese Gattung von engagierten Leichtathletikenthusiasten mit dem nötigen Respekt und der unverzichtbaren Hochachtung am Leben zu halten. Dem Nachwuchs muss ihr Stellenwert vermittelt werden, und uns Leichtathletikfans muss klar sein, dass unser Sport nur dank ihrem Einsatz am Leben bleibt. Wenn sich eine Sportart nicht von alleine finanziert und gewisse Leistungen finanziell begünstigt werden, um das Niveau aufrecht zu halten, braucht es ehrenamtliche Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Herz und Tatenkraft! 

Damals im Jahre 2001, bei einem meiner Mehrkämpfe, bekam ich von einem Kampfrichter die gelbe Karte. Er war der festen Überzeugung, ich dürfe nicht auf die Bahn, um mich für das 100 Meter Rennen vorzubereiten. Ich war sichtlich verärgert über diesen Menschen und sagte mir „Hat der denn nix Besseres zu tun?!“ Nach der verflogenen Aufregung in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung ist mir ja klar, dass er seinen Job bestmöglich machen möchte. Genauso gibt es aber auch Momente in denen man sich sagt: „Verdammt starke Aktion!“ Momente, in denen Kampfrichter Einfühlungsvermögen für die Sportler zeigen und auf sie zugehen. Es war einer meiner Wettkämpfe im Hochsprung. Ich war der letzte Athlet im Wettkampf und sichtlich am Ende mit meinen Kräften. Eine Kampfrichterin kam auf mich zu und sagte: „Lass dir Zeit und setz dich ruhig noch einmal hin, wir sehen das heute mit der Zeit mal nicht so streng“. In solchen Situationen könnte man den oder die Kampfrichterin dann umarmen vor Freude.

Manchmal kann man nicht mit Ihnen, aber was Fakt ist: Es geht NIE ohne sie!