Tobias_Giehl_EM_VL_Kiefner
400-Meter-Hürdenläufer Tobias Giehl ist dem Traum eines jeden Sportlers denkbar nahe. Der DOSB hat den 25-jährigen Münchner am Dienstag für die Olympischen Sommerspiele in Rio nominiert. Der LG-Stadtwerke-Athlet bekam seinen Zuschlag in der dritten Nominierungsrunde, in der der DOSB nochmalig 264 Starterinnen und Starter benannt hat. Ob er tatsächlich mit den insgesamt mehr als 400 deutschen Aktiven in den Flieger nach Brasilien steigen wird, steht noch nicht zu einhundert Prozent fest. Darüber entscheidet bis zum 18. Juli der Weltleichtathletikverband IAAF.

Giehl hat die internationale Mindestanforderung von 49,40 Sekunden für die Bahnumrundung knapp verfehlt. Doch hat den DOSB die Hartnäckigkeit, die Giehl zuletzt an den Tag gelegt hatte, offenbar überzeugt. So war er vergangenes Wochenende nach durchaus überzeugendem Aufritt bei der Europameisterschaft in Amsterdam noch per Zug nach Mönchengladbach gereist, um im Rahmen der westdeutschen Titelkämpfe als Gaststarter die Norm zu knacken. Ein Vorhaben, das mit persönlicher Bestzeit von 49,48 Sekunden denkbar knapp scheiterte. Bereits in Amsterdam hatte der Maschinenbau-Student im Halbfinale seine bis dato bestehende Bestleistung um 25 Hundertstel auf 49,50 Sekunden verbessert – ein wiederholtes sichtbares Zeichen für seine erstklassige Form. Auch in der nationalen Rangliste steht der frühere U20-Europameister Giehl seit Mai an der Spitze und vergrößerte den Abstand zuletzt kontinuierlich. Die IAAF entscheidet nun innerhalb einer Woche über Nachrücker in den einzelnen Sportarten und Disziplinen.

„Zunächst einmal bedanke ich mich bei meinem Bundestrainer Volker Beck und dem DLV dafür, dass sie meine Leistungen der letzten Wochen honorieren, indem sie mich für eine Nominierung vorgeschlagen haben. Ich habe lange und hart darauf hingearbeitet, Teil der Olympiamannschaft zu sein. Der DOSB hat mich diesem Lebenstraum heute ein großes Stück näher gebracht, zur Erfüllung fehlt nun allerdings noch die Zustimmung der IAAF. Ich bin guter Dinge, ziehe meine Rio-Vorbereitung weiter konsequent durch und werde bereit sein“, sagte Giehl am Abend in München.

Das Präsidium der LG Stadtwerke München um dessen Vorsitzenden Dr. Kurt Mühlhäuser („Ich freue mich riesig für ihn.“) ist besonders stolz, dass nach 800-Meter-Läuferin Christina Hering, die bereits nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft Ende Juni nominiert worden war, ein weiterer Leichtathlet der LG zur Olympiamannschaft gehört.

Foto: Theo Kiefner