Sonntagnachmittag, kurz vor 17 Uhr – Es wurde so richtig stimmungsvoll im „LG Stadtwerke München-Fanblock“, Block D, des Donaustadiums in Ulm – David Gollnow und Jonas Plass hatten soeben den Doppelsieg über die 400 Meter perfekt gemacht.

Bei fast optimalen 400 Meter-Bedingungen, der Wind machte hier den Läuferin ein bisschen zu schaffen, ging Gollnow das Rennen offensiv an, wurde in 46,07s seiner Favoritenrolle gerecht und sorgte so für das Highlight des Wochenendes. Jonas Plass als Zweiter dagegen dürfte einige überrascht haben: Mit einer Zeit von 46,54s belegte er Rang 2. Kamghe Gaba – dritter 400 Meter-Finalist aus München – war mit seinem 7. Platz dagegen nicht zufrieden. Michael Pflüger war im Vorlauf in 47,73s ausgeschieden und ihm gilt ein besonderer Dank, da er sich als Ersatzläufer der Viertelmeilerstaffel bis zu deren Startschuss immer parat hielt.

Als es für die abgekämpften 400 Meter-Läufer im Quartett (ergänzt durch Benedikt Wiesend) etwa zwei Stunden später zum Staffelstart ging, war schon fast ein bisschen die Luft raus: Die erfolgsverwöhnte LG Stadtwerke München-Staffel gewann ihren Lauf – Grund zur Freude in Block D. Doch im zweiten Zeitlauf waren die Magdeburger über zwei Sekunden schneller. Glückwunsch! Schade, dass es dem DLV – besonders auch im Sinne der Zuschauer – nicht möglich war, die besten Staffeln in einem Lauf zu versammeln und damit einen spannenderen Rennverlauf zu präsentieren.

Ebenfalls über eine Medaille freute sich die Frauenstaffel über 4×400 Meter. In der Besetzung Martha Sauter/Karo Pilawa/Inga Maria Müller/Christina Hering gewannen sie ebenfalls ihren Zeitlauf und belegten in der Endabrechnung in 3:43,30min überraschend Rang 3.

Die erste Medaille des Wochenendes für die LG Stadtwerke München gewann Johannes Bichler am Sonntagmittag im Hammerwurf: Mit 70,18m warf er knapp an seine Bestleistung heran und gewann damit Silber. Für Johannes war es der Wettkampf seines Lebens, wie er später überglücklich sagte. Trainingspartner Jerit Lipske verpasste als 5. den Bronzeplatz um nicht einmal einen Meter.

Über die 100 Meter belegte Alexandra Burghardt bereits am Samstag Rang 7. Als jüngste Teilnehmerin im Finalfeld kann sie mit ihrer Zeit von 11,77s durchaus zufrieden sein. Bis zur U20-Europameisterschaft sieht sie aber noch Luft nach oben.

Auf den besonderen Heimvorteil freuten sich am Sonntag die Riedl-Zwillinge: Aufgewachsen sind sie nur 20 Kilometer von Ulm entfernt. Über 200 Meter erreichten sie das Finale. Martina lief als 5. in Saisonbestzeit von 24,12s zu ihrer besten Aktiven-Platzierung, Schwester Julia belegte Platz 8 (24,76s), nachdem sie im Vorlauf in 24,28s ebenfalls Saisonbestleistung gelaufen war. Lisa Schollbach (24,62s) und Tamara Seer (24,64s) waren leider bereits im Vorlauf ausgeschieden.

Wenig Glück hatte Christina Muckenthaler über die 100 Meter Hürden: Sie kam ins Straucheln und konnte das Rennen nicht beenden. Schade! Ein Platz im Finale wäre möglich gewesen.

Die 4×100 Meter-Staffel der Frauen blieb im Finale hinter ihren Möglichkeiten zurück. In der Besetzung Lisa Schollbach/Julia Riedl/Martina Riedl/Christina Muckenthaler reichte es leider nur zu Rang 8.

Durchaus zufrieden war dagegen die Männer-Staffel über die 4×100 Meter. Christian Rasp/Marcus Mikulla/Phillip Gretz/Tobias Schneider liefen in 41,06s Saisonbestleistung und belegten in einem starken Feld damit Rang 7.

Marcus Mikulla hatte bereits im 200 Meter Vorlauf mit einer Zeit von 21,41s überzeugt, hatte das Finale gegen ein starkes Feld damit aber leider verpasst.

Als Karo Pilawa am Sonntag zu ihrem 800 Meter-Finale an den Start ging, waren auch in Block D Ausdauer und Stehvermögen gefragt. Doch die 800 Meter erwiesen sich für Pilawa als 50 Meter zu lang – Eingangs der Zielgerade aussichtsreich liegend verpasste sie eine Medaille um nur 3/10 Sekunden und wurde 5.

Für Clemens Bleistein war schon die Anreise zum Rennen im LG Stadtwerke München-Fanbus turbulent: Eine Vollsperrung auf der A8 sorgte drei Stunden vor dem Rennen für den ersten Adrenalinschub. Als es für Bleistein und 5000 Meter-Kollege Hansi Hillebrand dann aus dem Callroom Richtung Startlinie ging, liefen Gollnow und Plass über die Stadionrunde gerade ihrem sensationellen Doppelerfolg entgegen – „So machen wir es auch!“. Bleistein musste die starke Konkurrenz nach einer taktisch geprägten Anfangsphase vier Runden vor Schluss allerdings ziehen lassen und haderte im Ziel mit seinem 4. Platz in 14:12min. Hansi Hillebrand zeigte bei seinem ersten Auftritt bei Deutschen Meisterschaften ein starkes Rennen, sammelte Läufer für Läufer ein und belegte am Ende in 14:40min Rang 12.

Geschäftsführer Christopher Franke zeigte sich mit der Medaillenausbeute, dem Gesamtergebnis und besonders auch der Performance in Block D sehr zufrieden und dankte Trainern, Betreuern und mitgereisten Fans.

(Komplette Ergebnisliste)