Ein Dreifacherfolg über 800 Meter, zwei Hammerwurf-Medaillen und ein Jugendrekord für LG SWM bei Deutscher Meisterschaft in Berlin

Ein Dreifacherfolg über 800 Meter, zwei Hammerwurf-Medaillen und ein Jugendrekord für LG SWM bei Deutscher Meisterschaft in Berlin

Die im Rahmen der „Finals Berlin“ am vergangenen Wochenende zur Austragung gekommenen 119. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften hatten es in sich. Mehr als 60.000 Zuschauer waren zu den vier Sessions ins Berliner Olympiastadion gekommen und sorgten für eine großartige Atmosphäre. Davon getragen erzielten auch die Athletinnen und Athleten der LG Stadtwerke München herausragende Erfolge: Allen voran gelang Christina Hering, Katharina Trost und Mareen Kalis eine Woche nach dem überlegenen Gewinn der Deutschen Meisterschaft über 3×800-Meter ein sensationeller Dreifacherfolg über die zwei Stadionrunden. Des Weiteren holten die Hammerwerfer Simon Lang und Johannes Bichler Silber und Bronze an die Isar. Für Aufsehen sorgte auch die Münchner 4×100-Meter-Jugendstaffel, die den in der Vorwoche aufgestellten Deutschen U20-Rekord nochmals verbessern konnte. Mit einem Titel, vier Medaillen und sieben zusätzlichen Top-Acht-Platzierungen war die LG Stadtwerke München bei den nationalen Titelkämpfen zum wiederholten Male erfolgreichster bayerischer Verein. Hinzu kommt die gewonnene Meisterschaft über 3×800-Meter.

Die Hammerwerfer Simon Lang und Johannes Bichler sorgten im ersten Wettbewerb des DM-Wochenendes für einen Auftakt nach Maß für die Münchner Leichtathletik-Gemeinschaft. Lang, der sich nach einer langwierigen Rückenverletzung weiterhin im Aufbau befindet, durfte sich nach einem Wurf auf 68,01 Meter im zweiten Durchgang über die Silbermedaille freuen. Für den 25-jährigen, der von Joachim Lipske trainiert wird, war es der bislang größte Erfolg im Erwachsenenbereich. Titelverteidiger Bichler hingegen musste sich mit einer Weite von 66,95 Metern, aufgestellt im ersten Versuch, mit Rang drei und Bronze zufrieden geben. Erhebliche Rückenbeschwerden hatten seinen Start in Berlin im Verlauf der letzten Woche nahezu ausgeschlossen. Daher ließ der gebürtige Rosenheimer, der in Achenmühle mit Sebastian Staudacher zusammenarbeitet, unter Schmerzen auch die Durchgänge drei, vier und fünf aus, zeigte sich am Ende jedoch sichtlich zufrieden, dass er bereits zum fünften Mal seit 2012 aufs Siegerpodest gebeten wurde. Aus bayerischer Sicht perfekt machte den Wettkampf Tristan Schwandke vom TV Hindelang, der als unbestritten bester deutscher Hammerwerfer dieses Jahres mit 73,00 Metern den Titel gewann (Versuche der drei Erstplatzierten im Video).

Erhofft, aber nicht eingeplant, da äußerst selten, war der Gewinn des kompletten Medaillensatzes über 800 Meter der Frauen. Doch sowohl Christina Hering als auch Katharina Trost hatten am Samstag schon als souveräne Vorlaufsiegerinnen geglänzt und wollten es im Finale am späten Sonntagnachmittag dann so richtig wissen. Trost machte von Beginn an die Pace, sodass sich beide früh vom Feld lösten. Die 400-Meter-Durchgangszeit von 58,67 Sekunden entsprach zu einhundert Prozent der Vorgabe des Trainergespanns Andreas Knauer und Jonas Zimmermann. Hering übernahm zur Rennmitte die Führung und setzte die Jagd nach der WM-Norm von 2:00,60 Minuten fort, wenngleich auch mit minimal, aber entscheidend reduziertem Tempo zwischen 400 und 600 Metern, wie sie später selbst bemerkte. Etwa 150 Meter vor dem Ziel kam der Schlussangriff von Trost, den Hering jedoch erfahren parierte und sich so den insgesamt fünften Titel im Freien sicherte, den vierten in Serie (Rennen im Video). 2:01,37 Minuten und 2:01,68 Minuten lauteten die Zeiten für Hering und Trost, an die in diesem Jahr keine weiteren deutschen Mittelstrecklerinnen herankamen. Die WM-Norm verfehlten sie dieses Mal zwar erneut, beide haben nun jedoch einen Monat Zeit, um diese noch zu erbringen. Im Endspurt des Hauptfeldes hatte Mareen Kalis den besten Speed und sicherte sich mit Saisonbestzeit von 2:04,81 Minuten Bronze.

„Ich freue mich sehr, wieder ganz oben zu stehen. Ich hatte mir im Vorfeld vorgestellt, dass ich meine Stärke auf der Zielgeraden ausspielen kann und das hat geklappt. Das ist der zweitschnellste Titel für mich“, so die 24-jährige Hering (Interview im Video). Die WM-Norm nimmt die Münchnerin bereits am kommenden Wochenende bei der Team-EM im polnischen Bydgoszcz erneut in Angriff. Auch Trost, die sich gerade parallel auf ihr Staatsexamen für Grundschullehramt vorbereitet, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Ich freue mich auch über Silber, es ist meine erste DM-Medaille im Freien bei den Erwachsenen. Zudem bin ich jetzt noch ein bisschen zuversichtlicher, dass es mit der WM-Norm noch klappt. Ich habe mich richtig gut gefühlt und freue mich auf die nächsten Rennen.“

Sie haben wieder zugeschlagen: Yannick Wolf, Fabian Olbert, Florian Knerlein und Vincente Graiani schrauben den Deutschen Jugendrekord auf 40,33 Sekunden hoch, Foto: Theo Kiefner

Auf einem äußerst achtbaren sechsten Rang einsortiert hat sich unter 31 Männerstaffeln die 4×100-Meter-Jugendstaffel der LG Stadtwerke München. Dabei gelang es Yannick Wolf, Fabian Olbert, Florian Knerlein und Vincente Graiani im schnellsten von vier Zeitfinals, den seit der Vorwoche selbst gehaltenen Deutschen U20-Rekord von 40,50 auf 40,33 Sekunden zu verbessern. Lediglich Weitspringer Wolf rückt nächstes Jahr in die U23-Altersklasse auf, die drei übrigen Nachwuchssprinter verbleiben mindestens noch für ein weiteres Jahr in der U20.

d

Ein weiteres Topresultat gelang kurz darauf auch dem Münchner Frauenquartett. Mit der Vorleistung von 47,80 Sekunden waren sie als 39. unter 40 startenden Staffeln in Berlin registriert. Davon gänzlich unbeeindruckt gewannen Viola John (U18), Lisa Petkov, Louise Wieland und Tina Benzinger (beide U20) das erste von fünf Zeitfinals mit einer Zeit von 45,63 Sekunden, einer erheblichen Steigerung. Erst im vorletzten Zeitfinale überbot eine Frauenstaffel die Leistung der Münchnerinnen, woran deutlich wird, was die vier zuvor auf die blaue Bahn gezaubert hatten. Sichtlich erfreut zeigte sich Staffelkoordinatorin Caroline Harder als ihre jungen Damen schließlich im Gesamtergebnis auf Rang sieben gelistet wurden. Ein rundherum gelungener Auftritt, der nach einer Fortsetzung ruft.

Etwa drei Stunden nach dem Staffelerfolg wurde Lisa Petkov erneut in den Callroom gebeten. Sie hatte sich am Vortag als Vorlaufzweite (58,87 Sekunden) für das Finale über 400-Meter-Hürden qualifiziert. Dort steigerte sie ihre Saisonbestzeit erneut auf nun 58,72 Sekunden und kam als Sechste ins Ziel. Für die 22-jährige, die sich seit 2015, ihrem bislang erfolgreichsten Jahr, immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen hatte, ist dieser Erfolg Lohn jahrelanger Beharrlichkeit. Dass sie ohne Beschwerden zu den besten Deutschlands gehört, gibt ihr nun ordentlich Rückenwind für die nächste Saisonvorbereitung im Herbst.

Das Maximale herausgeholt hat am Sonntagnachmittag auch Dreispringer Paul Walschburger. Der 21-jährige war zwar mit der zweitbesten Vorleistung angereist, musste nach einer Trainingsverletzung vom vergangenen Montag jedoch um einen Start bangen. Ausgerechnet das Außenband am Knöchel des linken Sprungbeins war angerissen. Doch der diesjährige Deutsche Meister der Junioren steckte nicht zurück, im Gegenteil, er zog wollte alles versuchen, um im Olympiastadion an den Start gehen zu können. Kurzerhand zog er dafür sogar bei LG-SWM-Physiotherapeutin Daniela Schmid ein, die eine 24-stündige Rundumversorgung sicherstellte. Auch Trainer Richard Kick zeigte sich beeindruckt. Sowohl von der Willenskraft seines Schützlings als auch von der Weite, die ihm trotz der Verletzung gelang. 14,83 Meter gelangen Walschburger im dritten Durchgang, was ihm am Ende Rang sieben einbrachte.

Siebte Plätze sicherten sich in den Speerwurf-Wettbewerben auch Elisabeth Hafenrichter und Jonas Bonewit. Für Hafenrichter war es nach den Bayerischen Meisterschaften, der U20-EM und den Deutschen Jugendmeisterschaften bereits das vierte Wettkampfwochenende hintereinander. Dennoch behauptete sich die 19-jährige in der Frauenkonkurrenz und warf mit 51,52 Metern abermals im Bereich ihrer Bestleistung. Bonewit trat bei seinem Wettkampf im Olympiastadion gegen einige der derzeit besten Speerwerfer der Welt an. Seine 71,73 Meter sind zwar nicht das, was sich der Münchner für diesen Sommer vorgenommen hatte, angesichts einer hinderlichen Fußverletzung jedoch ein versöhnlicher Abschluss.

Der Einzug ins Diskusfinale gelang Lukas Koller. Nach 57,47 Meter im ersten Durchgang ging der 23-jährige bei den folgenden fünf Versuchen volles Risiko, um die für ihn längst überfälligen 60 Meter zu erreichen. Da sich mit dem Risiko auch kleinere technische Unsauberkeiten einschlichen, waren die Würfe für den Münchner allesamt nicht zu halten und so blieb es bei der Auftaktweite, die ihm Rang acht einbrachte.

Im Hochsprung der Frauen belegte Laura Gröll mit überfloppten 1,75 Metern Platz neun. Die Höhe von 1,80 Meter, ihre bisherige Saisonbestleistung, riss die Drittplatzierte der DM von 2017 zweimal nur hauchdünn.

Drei Münchner U20-Sprinter durften ihren Startblock dank erbrachter Mindestleistung zudem in Einzeldisziplinen aufstellen. Tina Benzinger (200 Meter, 24,79 Sekunden), Vincente Graiani (400 Meter, 48,57 Sekunden) und Fabian Olbert (100 Meter, 10,62 Sekunden) nutzten dies und sammelten in ihren Halbfinals wertvolle Erfahrung gegen die deutlich ältere Konkurrenz.

Sämtliche Ergebnisse der diesjährigen Deutschen Meisterschaften finden Sie hier.

← Zurück zur Newsübersicht