Eine Reihe von hochkarätigen Bestleistungen gab es für das Wurfteam der LG Stadtwerke München beim WLV-Werfercup in Wiesbaden. Den Vogel schossen dabei die Döbler-Geschwister Valentin und Amelie ab. Beide schafften mit neuen Freiluftbestleistungen die Normen für die U 20-EM beziehungsweise die U 18-WM. Ob sie allerdings tatsächlich dorthin fahren dürfen, wird sich im weiteren Verlauf der Saison erweisen.

Valentin Döbler steigerte sich im Vergleich zu seinem Wettkampf in der Vorwoche in Germering gleich um fast 70 Zentimeter und übertraf mit 18,65 Meter und 18,60 Meter zwei Mal die geforderte Norm für die U 20-EM in Eskilstuna (Schweden). Diesmal gewann er den Wettbewerb klar. Seine nationalen Konkurrenten, der U 18-Weltmeister Patrick Müller (SC Neubrandenburg) und Vizeweltmeister Henning Prüfer (SC Potsdam), traten freilich nicht an. Sie stießen bereits klar über 20 Meter und sind feste Größen für die Reise nach Skandinavien.

Dem Überangebot an herausragenden deutschen Werfern wird allem Anschein ein weiterer Bayer, der bereits die Norm für Eskilstuna erzielt hat, Tribut zollen müssen. Lukas Koller (TSV 1880 Wasserburg), der in Germering 56,17 Meter mit dem 1,75 Kilo erzielte, bestätigte diese Leistung in Wiesbaden mit einem Wurf auf 55,78 Meter zwar erneut. Damit landete er jedoch „nur“ auf dem fünften Rang. Vor ihm erzielten Henning Prüfer (65,03 Meter) und dessen Bruder Clemens Prüfer (SC Neubrandenburg; 61,62 Meter) Weltklasseweiten sowie Maximilian Klaus (57,79 Meter) und Tony Zeuke (beide LV 90 Erzgebirge; 57,29 Meter) jeweils bessere Resultate. Die Crux bei der ganzen Angelegenheit: Nur drei können Deutschland in Eskilstuna vertreten.

Eine ähnlich enge Entscheidung könnte es bei der Nominierung für die U 18-WM in Cali (Kolumbien) geben, bei der seit dem Wochenende auch die erst 15-jährige Amelie Döbler (LG Stadtwerke München) kräftig mitmischt. Und zwar nicht in ihrer „Schokoladen-Disziplin“ Kugelstoßen (diesmal Vierte mit sehr guten 15,40 Meter), sondern im Diskuswerfen. Schon im ersten Versuch gelang der groß gewachsenen Münchnerin mit 46,72 Meter die Norm für Cali. Zwei andere Mädchen warfen noch ein Stückchen weiter: Ronja Sowalder (Bayer 04 Leverkusen) kam auf 49,33 Meter und Julia Ritter (SuS Oberarden) auf (für Amelie durchaus erreichbare) 47,48 Meter. Mit Selina Dantzler überwand ein weiteres Talent aus der Münchner Wurf-Kaderschmiede zum ersten Mal mit dem Diskus die 40-Meter-Marke (40,30 Meter). Mit der Drei-Kilo-Kugels gelangen ihr 14,56 Meter.

Zum ersten Mal auf einer nationalen Bühne in Szene setzen konnte sich Martin Knauer (LG Stadtwerke München). Der 18-jährige Wolnzacher durchbrach mit der Fünf-Kilo-Kugel gleich zwei Mal eine weitere Schallmauer. Mit 17,18 Meter und 17,08 Meter blieb er in Wiesbaden siegreich.

(Komplette Ergebnisse)