Auf der Gegengerade der letzten Runde des 800-Meter-Rennens kamen kurz die Zweifel. Packt sie es? Kerstin Marxen (Gomaringen) lief auf Bahn zwei, direkt neben Christina Hering. Seite an Seite liefen sie so 100 Meter vor dem Ziel, doch Hering reagierte, beschleunigte, lief als Erste durch die letzte Kurve und nach 2:05,61 Minuten auch als Erste ins Ziel. Gold, nachdem sie das ganze Rennen von vorne kontrolliert hatte. Die Erleichterung war ihr im Ziel deutlich anzumerken, hatte sie doch im bisherigen Saisonverlauf das Pech an den Schuhen kleben. Herings Medaille war nicht der einzige Erfolg der LG Stadtwerke München bei der Deutschen Hallenmeisterschaft in Karlsruhe am vergangenen Wochenende. Clemens Bleistein (3000m) und die 4x200m-Staffel der Männer sicherten sich jeweils Bronze.

 

Die erste Medaille für die LG Stadtwerke München hatte Clemens Bleistein über 3000 Meter bereits am Samstag geholt. In einem taktischen Rennen wurde es auf den letzten vier Runden richtig schnell. Die Favoriten Richard Ringer (Friedrichshafen) und Florian Orth (Regensburg) beschleunigten, doch der im Schlussspurt weniger stark eingeschätzte Bleistein konnte bis auf die Zielgerade mithalten und sich so Bronze sichern. Mit Ringer und Orth geht es in zwei Wochen nach Prag zur Hallen-Europameisterschaft. Dort gilt es zuerst, die vermutlich ebenfalls taktisch geprägten Vorläufe zu überstehen.

Um ihre Bronzemedaille zittern musste die 4×200-Meter-Staffel der Herren. Nach einem dramatischen Rennen lagen Benedikt Wiesend/David Gollnow/Christian Rasp/Tobias Giehl auf Platz vier. Doch der Startläufer der drittplatzierten Wattenscheider Staffel hatte die Bahn verlassen und wurde disqualifiziert. 

Die Staffel der Frauen musste auf die kurzfristig erkrankte Lisa-Marie Jacoby verzichten. Das Quartett Lisa Marie Petkov/Julia Riedl/Martina Riedl/Catiana Rettenberger verpasste Bronze um eine halbe Sekunde und belegte am Ende Platz 6.

Tobias Potye steigerte im Hochsprung-Wettkampf seine Saisonbestleistung auf 2,15 Meter. Höhengleich mit dem Zweiten reichte das aufgrund mehrerer Fehlversuche leider nur zu Platz vier.

Christian Rasp präsentierte sich im Vorlauf über 60 Meter mit Saisonbestleistung von 6,85 Sekunden hervorragend. Im Halbfinale riskierte er alles, schied aber dennoch aus.

Bereits in den Vorläufen schieden Katrin Wallner (1500 Meter) und Julia Riedl und Lisa Marie Petkov (beide 200 Meter) aus.

Pech hatte Benedikt Wiesend im 400 Meter-Vorlauf, als er mit einem Konkurrenten ins Gehege kam, stolperte und danach etwas den Faden verlor. Trainingspartner David Gollnow war gesundheitlich angeschlagen nicht an den Start gegangen um sich für einen Einsatz in der Staffel am Sonntag zu schonen. Für beide geht es Anfang April mit dem DLV-Langsprint-Kader ins Trainingslager in Florida, um die Grundlagen für die Sommersaison zu legen.

Isabelle Heers lief über 3000 Meter lange im hinteren Drittel des Feldes, konnte sich aber auf den letzten Runden nach vorne arbeiten und belegte mit neuer persönlicher Bestleistung (9:46min) Platz 8.

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(Foto: Kiefner)