U20-Nachwuchs vor WM-Ausscheidung in Mannheim

U20-Nachwuchs vor WM-Ausscheidung in Mannheim

Yannick Wolf von der LG Stadtwerke München
Mit Weitspringer Yannick Wolf ist in Mannheim bis zum sechsten Versuch zu rechnen, Foto: Theo Kiefner

Am kommenden Wochenende wird bei der 25. Bauhaus Junioren-Gala in Mannheim über die Vergabe der Startplätze für die U20-Weltmeisterschaften im finnischen Tampere (10. – 15. Juli) entschieden. Zwei Athletinnen und Athleten pro Einzeldisziplin kann der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nominieren. Beste Chancen haben dabei jeweils die beiden Erstplatzierten der Ausscheidungswettbewerbe mit erfüllter Qualifikationsnorm. Hinzu kommen die Staffeln über 4×100-Meter und 4×400-Meter.

Sehr gute Chancen auf ein WM-Ticket hat Selina Dantzler. Die letztjährige U18-Weltmeisterin im Kugelstoßen hat sich bereits in ihrem ersten Jahr in der neuen Altersklasse mit der schwereren Vier-Kilogramm-Kugel und einer Weite von 16,75 Meter an die Spitze der deutschen Jahresbestenliste gesetzt. Die vom DLV geforderte WM-Norm von 15,50 Meter hat die 18-Jährige damit deutlich übertroffen. Auch Hanna Meinikmann vom TV Wattenscheid ist heuer mit 15,99 Metern schon über dem Richtwert geblieben. Und obwohl Dantzlers letzter Kugelstoß-Wettkampf bedingt durch die Abiturprüfungen bereits einen knappen Monat zurückliegt, spricht einiges dafür, dass sie die Konkurrenz in Mannheim in Schach halten kann und einen der beiden Tampere-Startplätze einnimmt. „Sie hat gut trainiert und ihre Einstellung ist wie immer top“, weiß Trainer Andreas Bücheler, der demnach guter Dinge ist. Gefordert wird seine Sportlerin, die momentan Rang sechs der Weltrangliste einnimmt, unter anderem von der Neuseeländerin Madison Lee-Wesche, die eine Bestleistung von 16,94 Metern aufweist.

Lucas Mihota von der LG Stadtwerke München
Nach überwundenen Fußproblemen ist Lucas Mihota trotz bereits abgehakter WM-Norm gefordert, Foto: Markus Buck

Ein Ticket für Tampere möchte auch Hochspringer Lucas Mihota ergattern, der die in dieser Disziplin vom DLV geforderten 2,16 Meter Anfang Mai ebenfalls schon abgeliefert hat und im Klassement derzeit Platz zwei einnimmt. Allerdings hatte eine anschließende Fußverletzung eine Wettkampfpause zur Folge. „Ich hoffe, die fehlende Wettkampfpraxis macht sich nicht negativ bemerkbar, da Hochsprung technisch eine sehr diffizile Disziplin ist“, meint BLV-Teamleiter Sprung Sebastian Kneifel, der dem früheren U18-Europameister zutraut, an einem halbwegs normalen Tag ohne Fußprobleme erneut eine Topleistung abrufen zu können: „Er hat zuletzt sehr gut trainiert.“

Auch für LG-SWM-Weitspringer Yannick Wolf ist dieser Wettkampf von größter Wichtigkeit, da er mit bislang erzielten 7,53 Metern winzige zwei Zentimeter unter der Norm geblieben ist. Trainer Richard Kick hofft, dass die zuletzt bei Wettkämpfen aufgetretenen Anlaufschwierigkeiten des Abiturienten abgestellt sind. Luka Herden von der LG Münster hat bislang als einziger U20-Springer die WM-Norm abgehakt (7,61 Meter). Für Wolf, den Deutschen U18-Meister des Vorjahres, spricht, dass in der Vergangenheit bei entscheidenden Wettkämpfen bis zum letzten Durchgang mit ihm zu rechnen war.

Arne Leppelsack von der LG Stadtwerke München
Arne Leppelsack kann auf der Stadionrunde „beißen“, Foto: Theo Kiefner

Am 400-Meter-Start geht Arne Leppelsack in Position. Er hat die Stadionrunde heuer als drittschnellster DLV-Athlet der U20 in 47,58 Sekunden zurückgelegt und darauf hofft, diese Zeit nochmalig auf den Normwert von 47,15 Sekunden zu verbessern, wodurch er zugleich gute Chancen auf einen der beiden vorderen Ränge hätte. „Die Bahn in Mannheim ist schnell. Bei einem optimalen Rennverlauf ist die Norm für ihn zu erreichen“, erklärt Trainer Peter Rabenseifner. Mit einem Auge schielt Leppelsack zudem auf einen Startplatz in der deutschen 4×400-Meter-Staffel.

In Mannheim mit von der Partie ist weiterhin Nicolai Trageser. Der Schützling von Coach Jonas Wahler tritt über 200 Meter an und kann mit 21,42 Sekunden die fünftschnellste Zeit (21,42 Sekunden) der gemeldeten DLV-Athleten vorweisen. Für einen Tampere-Start sind 21,20 Sekunden gefordert. Der Erfurter Luis Brandner (21,19 Sekunden) hat die Norm bislang als einziger Deutscher im Starterfeld der WM-Ausscheidung unterboten. In einem international hochkarätig besetzten Feld hat Trageser demnach alle Chancen, die Qualifikationränge zu erreichen. „Nic hat seine kleine Blessur, die er sich beim Einsatz in der U20-Staffel des DLV in Osterode zugezogen hat, komplett auskuriert und ist in Topform. Jetzt gilt es das im Wettkampf abzurufen und zumindest eine persönliche 200-Meter-Bestzeit zu laufen“, so Wahler.

Nicolai Trageser von der LG Stadtwerke München
Nicolai Trageser ist bereit, um auf den 200 Metern abzuliefern, Foto: Theo Kiefner

Bei dieser zweitägigen Einladungsveranstaltung sind auch Wettkämpfe in der Männer- und Frauenklasse im Programm. Hier wird Viertelmeiler Johannes Trefz erneut versuchen, die für die EM in Berlin geforderten 46,00 Sekunden abzuliefern. 400-Meter-Hürdenläufer Tobias Giehl hofft ebenfalls auf eine Steigerung seiner Saisonbestzeit. Es gilt, erstmalig in dieser Saison die 51-Sekunden-Marke zu unterbieten und sich damit für die anstehende Deutsche Meisterschaft in Lauerstellung zu bringen. Disziplinkollege Michael Adolf möchte in Mannheim die 52-Sekunden-Barriere knacken. Bei den Frauen ist die LG SWM über 800 Meter durch Katharina Trost und Christine Gess vertreten.

Einen Livestream und Live-Ergebnisse gibt es hier.

← Zurück zur Newsübersicht