Restart-Meeting im Dantestadion: Von erster Wettkampfluft schnuppern über zahlreiche Bestleistungen bis hin zur U20-WM-Norm alles geboten

Restart-Meeting im Dantestadion: Von erster Wettkampfluft schnuppern über zahlreiche Bestleistungen bis hin zur U20-WM-Norm alles geboten

Lange, sehr lange mussten sich die Leichtathletinnen und Leichtathleten abseits von Bundes- und Landeskadern bis zu einer ersten Wettkampfmöglichkeit seit dem letzten Herbst gedulden. Mit dem November-Lockdown musste der reguläre Trainings- und Wettkampfbetrieb eingestellt werden und erst im Laufe des Mai ergaben sich zunehmend wieder adäquate Trainingsmöglichkeiten. Ein Großteil musste nun bis zum 12./13. Juni warten, um beim Restart-Meeting des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes wieder Wettkampfluft zu schnuppern. Am Ende waren es 714 Aktive, die in den Altersklassen U16 bis Männer/Frauen am zweitägigen Meeting im Münchner Dantestadion teilnahmen. Das Wetter spielte mit und so kamen eine Reihe bemerkenswerter Leistungen heraus. Die absolute Topleistung des Events ging aufs Konto von U20-Weitspringer Simon Batz (LG Landkreis Kelheim) mit einem Satz auf 7,76 Meter bei erlaubtem Rückenwind von 0,4 Metern pro Sekunde. Es ist ein neuer bayerischer U20-Rekord, die bisher zweitbeste in Deutschland erzielte Weite in dieser Altersklasse in diesem Jahr und zugleich die Erfüllung der Normanforderung für U20-EM und WM im Juli bzw. im August.


Männer/Frauen-Altersklasse

Erfreuliche Resulate gab es selbstverständlich auch von Athletinnen und Athleten der LG SWM. Bei den Männern etwa lief Vincente Graiani die Stadionrunde mit 48,54 Sekunden so schnell wie noch nie in dieser Saison. Kugelstoßer Dominik Idzan (15,94 Meter) und Diskuswerfer Alexander Schaller (50,79 Meter), beide noch in der U20-startberechtigt, nahmen erstmalig in ihrer Karriere unter Wettkampfbedingungen die schwereren Erwachsenen-Sportgeräte in die Hand und konnten auf Anhieb mit erfüllten Mindestleistungen für die U23-DM überzeugen. Speerwerfer Linus Limmer haderte bei seinem Wettkampf etwas mit dem rutschigen Belag und kam in seinem weitesten Versuch auf 67,10 Meter.

In der Frauenklasse gelang Sprinterin Tabea Hoffmann mit 12,33 Sekunden über 100 Meter und 25,24 Sekunden über 200 Meter ein sehr guter Wiedereinstieg. Nicht zu schlagen war an diesem Wochenende Theresa Ortenreiter, die sowohl über 1500 Meter (4;41,99 Minuten) als auch 3000 Meter mit neuer persönlicher Bestleistung von 10:01,49 Minuten Tagesschnellste wurde. Hochspringerin Marina Gabriel schwang sich über 1,66 Meter und Dreispringerin Luisa Schmidt-Rave gelangen in ihrem weitesten Satz 11,66 Meter. Mehrkämpferin Denise Jaeschke kam im Kugelstoßen auf 12,49 Meter und im Speerwurf landete der beste Versuch von Elisabeth Hafenrichter bei 49,23 Meter. Zwei Tage zuvor hatte sie übrigens bei einem Event in Jena mit exakt 52 Meter eine neue Saisonbestleistung aufgestellt.


U20-Alterklasse

Auch die Ergebnisse in der männlichen und weiblichen U20 lassen für den weiteren Saisonverlauf sehr positive Perspektiven erkennen. Florian Knerlein etwa benötigte bei etwas zu starkem Rückenwind für 200 Meter gerade mal 21,55 Sekunden und nahm im direkten Duell keinem geringeren als Johannes Trefz (TSV Gräfelfing) – mehrfacher Deutscher Meister über 400 Meter – drei Hundertstelsekunden ab. Vincent Saller überzeugte über 200 Meter mit einer Zeit von 22,23 Minuten. 1:58,79 Minuten sind nun der Hausrekord des Hindernis-Spezialisten Finn Hösch über 800 Meter. Bei leider starkem Rückenwind verbesserte sich Weitspringer Antonio Mihaljevic auf nunmehr 6,85 Meter. Seine Dreisprung-Leistung von 13,23 Meter hingegen wird Aufnahme in die DLV-Bestenliste finden. Noch weiter kam in dieser Disziplin nur Sebastian Kottmann mit zuvor noch nie erreichten 14,40 Metern. Auch für die Kugelstoßer Joel Akue (18,03 Meter) und Dominik Idzan (17,88 Meter) zeigt die Formkurve wieder nach oben. Die sechstbeste Weite seiner Laufbahn mit dem 1,75-Kilogramm-Diskus gelang Alexander Schaller (55,32 Meter).

Eine Gala-Vorstellung zeigte im Dantestadion LG-SWM-Sprint-Ass Viola John, die mit persönlicher Bestzeit von 11,78 Sekunden zwei Hundertstelsekunden unter der Norm für die U20-EM im estnischen Tallinn blieb und auch über 200 Meter mit 24,33 Sekunden sehr schnell unterwegs war. Über 400-Meter-Hürden waren Anastasia Vogel (61,80 Sekunden) und Susanne Göbel (64,08 Sekunden) am Start. Erfreulich ist auch das Tagwerk der Mehrkämpferin Juliane Früh. Sie war mit einer Hochsprung-Bestleistung von 1,55 Meter an- und mit 1,69 Meter wieder abgereist.


U18-Altersklasse

In der der männlichen U18 blieb Luca Haller mit 50,87 Sekunden erstmalig unter der 51-Sekunden-Marke und kann folglich auch für die Deutschen Meisterschaften in Rostock planen. Tobias Tent (2:05,02 Minuten) und Marius Kroll (2:05,32 Minuten) liefen jeweils die 800 Meter, was für die beiden Langstreckenläufer einen durchaus ordentlichen Zubringerwert darstellt. Im Dreisprung wurde Maximilian Kauwertz‘ weitester Satz mit 12,56 Meter vermessen.

Die Kastanien aus dem Feuer holte in der weiblichen U18 die LG-SWM-Wurffraktion: Bei Anna Sophie Hilgenberg ging es mit dem Diskus auf 39,27 Meter. Der beste Versuch von Hammerwerferin Lisa Metschl schlug bei 46,11 Metern ein. Sophia van Taack verfehlte mit 39,54 Metern nur knapp die 40-Meter-Marke.


U16-Altersklasse

Unübersehbar war in den Ergebnislisten indes, dass die LG SWM in den Jahrgängen der U16-Nachwuchsklasse große Lücken aufweist. Hervorzuheben sind hier die 12,13 Sekunden von Cassian Holland-Moritz über 80-Meter-Hürden sowie seine 12,16 Sekunden über 100 Meter.

Eine Ergebnisübersicht gibt es hier.

Alle Bilder: Claus Habermann

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