Clemens Bleistein von der LG Stadtwerke München
Clemens Bleistein (l.) und Richard Ringer boten den Zuschauern ein klasse Rennen über 3000 Meter, Foto: Theo Kiefner

Gold, Silber und Bronze! Die LG Stadtwerke München kehrt mit einem kompletten Medaillensatz von den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund zurück. Christina Hering gewann über 800 Meter souverän den vierten Hallentitel in Serie, Clemens Bleistein verdiente sich in einem spannenden Schlagabtausch mit Richard Ringer über 3000 Meter die Silbermedaille und David Kirch holte mit neuer persönlicher Bestleistung Bronze im Dreisprung.

Nach der schnellsten Vorlaufzeit vom Samstag ließ Christina Hering auch im Finale am Sonntagnachmittag nicht den geringsten Zweifel an ihrer Entschlossenheit aufkommen. Vom ersten Meter an ging die 23-Jährige in Führung, kontrollierte das Feld über die gesamte Distanz und überquerte nach 2:06,93 Minuten folglich vor Tanja Spill (2:07,07 Minuten, LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) und Jana Reinert (2:07,49 Minuten, LG Region Karlsruhe) als Erste die Ziellinie (Video). Für die Münchnerin war es bereits der vierte Hallentitel hintereinander. Eine derartige Serie hat es bei den 800 Metern der Frauen in der Halle seit 1991 nicht mehr gegeben. Hering zeigte sich entsprechend erleichtert: „Jetzt kann ich zufrieden die Vorbereitung auf den Sommer starten.“ Anfang März geht es zunächst für vier Wochen ins Höhentrainingslager nach Flagstaff/USA. Hier geht’s zu einem ausführlichen Interview auf leichtathletik.de.

Langstreckler Clemens Bleistein bot über 3000 Meter ebenfalls eine beachtliche Vorstellung. In einem von Taktik geprägten Rennen in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle behielt der 27-Jährige Mediziner stets den Überblick, lief mutig an der Spitze mit und musste sich im Schlussspurt einzig Titelverteidiger Richard Ringer (8:10,14 Minuten, VfB LC Friedrichshafen) geschlagen geben (Video). Bleistein, der wiederum den hoch eingeschätzten Timo Benitz (8:12,68 Minuten, LG farbtex Nordschwarzwald) auf Rang drei verwies, war mit einer Zeit von 8:10,23 Minuten gerade neun Hundertstel langsamer als der Sieger. Nach den Bronzemedaillen von 2015 und 2016 darf sich der Münchner in der Halle erstmals über eine Silbermedaille freuen. „Ich bin zufrieden. Aber der Titel wäre auch drin gewesen, es war ja sehr knapp. Ich hätte einfach schon in der letzten Runde auf der Gegengerade angreifen sollen. Es erst auf der Zielgerade zu versuchen, war zu spät. Ich habe mich vor den letzten 50 Metern gut gefühlt und gedacht, ich kann Richard auf der Zielgeraden noch abfangen. Aber Richard hat das auch gut gemacht, er ist halt auch ein Meisterschaftsläufer. Jetzt freue ich mich auf die Hallen-WM. Ich bin gut in Form, ich denke, ich habe mit meinem guten Finish eine Chance aufs Finale“, so Bleistein gegenüber leichtathletik.de.

David Kirch von der LG Stadtwerke München
David Kirch ist glücklich über seine Bronze-Medaille

Das dritte Edelmetall für die LG SWM ging aufs Konto von David Kirch, der erst seit dem Vorjahr neben Weitsprung auch Dreisprung bestreitet und in Dortmund seinen insgesamt erst elften Dreisprung-Wettkampf absolvierte. Mit einem Satz auf 15,62 Meter im vierten Durchgang verbesserte der deutsche U20-Weitsprung-Meister des Vorjahres seine erst eine Woche alte Bestweite um 22 Zentimeter und sicherte sich somit die Bronzemedaille (Video). Trainingspartner Paul Walschburger war zwar mit der zweitbesten Vorleistung im Feld angereist, allerdings durch eine Erkältung gehandicapt, womit er schließlich mit 15,20 Metern auf Rang sieben landete. Patrick Lutzenberger – der dritte Teilnehmer aus der Gruppe von Sprungtrainer Richard Kick – sprang auf 14,18 Meter und Rang neun. Mit 16,84 Metern und mehr als einem Meter Vorsprung zum Zweiten Benjamin Bauer (15,82 Meter, LAC Erdgas Chemnitz) wurde Dreisprung-Europameister Max Heß (LAC Erdgas Chemnitz) seiner Favoritenrolle mehr als gerecht.

Tobias Potye hatte sich seinen Hochsprung-Wettkampf allerdings ganz anders vorgestellt. Beim Munich Indoor in der Vorwoche schraubte er seine Saisonbestleistung auf 2,22 Meter und touchierte selbst bei 2,26 Metern nur ganz leicht die Latte. Als Zweiter der Meldeliste reiste er hochmotiviert und als Medaillenaspirant zu den Titelkämpfen nach Dortmund. Doch nach fehlerfreien Versuchen über die Einstiegshöhen scheiterte er drei Mal – wenn auch hauchdünn – an 2,14 Metern und wurde somit Vierter. Für eine Medaille hätten es an diesem Sonntag mindestens 2,18 Meter sein müssen, eine Höhe, die Potye in diesem Jahr bereits vier Mal übersprungen hatte. Der Titel ging für überragende 2,30 Meter an Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen). Silber sicherte sich Martin Günther (VfB Stuttgart 1893) mit 2,18 Meter. Mit selber Höhe gewann Bastian Rudolf (Dresdner SC 1898) Bronze.

Mit Rang fünf im 60-Meter-Hürden-Finale und einer Endlaufzeit von 8,01 Sekunden blieb Sebastian Barth, der in dieser Saison schon 7,96 Sekunden auf die Bahn gebracht hat, etwas hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Unangefochtener Sieger wurde Erik Balnuweit (TV Wattenscheid 01) in 7,65 Sekunden.

Erfreuliches zu vermelden gibt es auch von Selina Dantzler: Die letztjährige U18-Weltmeisterin – als 17-Jährige die jüngste Starterin des Frauen-Feldes – wurde bei ihrer Premiere bei den „Erwachsenen“ Siebte. Sie stieß mehrfach an die 16-Meter-Marke heran und stellte mit 16,03 Metern schließlich eine neue persönliche Bestleistung auf. Trainingspartnerin Amelie Döbler wurde mit 14,90 Metern Zehnte. Den Titel sicherte sich Alina Kenzel (VfL Waiblingen) mit einer Weite von 17,37 Meter.

Weitere Ergebnisse von der Hallen-DM in Dortmund gibt es hier.