LG SWM darf sich erneut Deutscher Meister nennen

LG SWM darf sich erneut Deutscher Meister nennen

 

Die Ränge eins, zwei und vier waren die beeindruckende Abschlussbilanz der drei LG-SWM-Formationen, die im westfälischen Lage den nationalen Endkampf der deutschen Teammeisterschaft der Seniorinnen und Seniorenklassen absolviert haben. Bis zu sechs Teams waren pro Altersstufe am Start. Sieben- beziehungsweise acht Disziplinen hatten die LG-SWM-Formationen der Altersstufen W30, M30 und M40 zu absolvieren, in denen in den Einzeldisziplinen jeweils zwei Aktive in die Wertung gekommen sind. Dazu kam pro Gruppe dann noch ein Sprintstaffelergebnis. Im insgesamt über 30köpfigen LG-SWM-Team spielte bei solch einem Mannschaftsevent, was in der Leichtathletik ja nicht immer der Fall ist, der Teamgeist die absolute Hauptrolle. Schon am Vorabend des Wettkampfs beim gemeinsamen Abendessen zeigte sich, wie gut die Stimmung quer durch alle Disziplinblöcke war.

Deutsche Mannschaftsmeisterinnen der W30 nennen dürfen sich für die kommenden zwölf Monate nun Lisa Schollbach, Julia Riedl, Karoline Pilawa, Isabella Eckel, Olivia van de Bovenkamp, Bianca Klett sowie Tanja Henkel. Obwohl sie nach den Qualifikationsvorkämpfen lediglich auf Rang drei der Rangliste zu finden und damit Außenseiterinnen waren, deutete sich in Lage spätestens ab der Hälfte der Wettkämpfe an, dass es ein Happyend geben könnte. Letztendlich waren es die Disziplinen 100-Meter, Weitsprung und Kugelstoßen, die das Münchner Septett dann endgültig auf die Siegerstraße haben einbiegen lassen. Herauszuheben in Sachen Teamspirit ist besonders der Einsatz von Hochspringerin Isabella Eckel, die sich noch am Vorabend bereiterklärt hatte, für eine kurzfristig ausgefallene Athletin die für sie doch eher ungeliebte 800-Meter-Distanz zu absolvieren.

Den siegreichen Münchnerinnen hatten in der Schlussdisziplin Staffellauf allerdings auch bange Schrecksekunden zu überstehen. Denn Startläuferin Olivia van de Bovenkamp war bei der Übergabe im Wechselraum ins Straucheln geraten und gestürzt. Doch irgendwie – die Beteiligten haben ja gottseidank genügend Wettkampferfahrung – konnte das Holz doch noch regelkonform an Lisa Schollbach übergeben werden und auch die Leidtragende konnte trotz etlicher Schürfwunden am Ende jubeln. Bei der Siegerehrung bildeten die zwei LG-SWM-Männerteams dann ein Spalier für die siegreichen Mädels, die stolz die Goldmedaillen überreicht bekamen.

Die Männerformation M40 hatte im Jahre 2019 vor der corona-bedingten zweijährigen Finalpause im heimischen Dantestadion den Titel an die Isar geholt und wollte diesen in Lage verteidigen. Es kam wie erwartet auch zum erwarteten Zweikampf mit dem langjährigen Dauerrivalen LG Kreuztal/Kindelsberg, den die Siegerländer heuer zu ihren Gunsten entschieden.  Mit dieser LG verbindet die LG SWM seit Jahren eine enge Freundschaft. So spendierten die Siegerländer der Siegreichen LG-SWM-Frauenformation bei der Siegerehrung spontan eine Runde ihres mitgebrachten Bieres. Die Münchner M40 hatte im Vorfeld einige schwerwiegende Verletzungsausfälle zu beklagen. Noch 24 Stunden vor dem Wettkampf sagte beispielsweise ein sehr starker Hoch- und Weitspringer aufgrund einer Thrombose ab. Zum Glück ist der ins Team nachgerückte Christian Stimmelmayr ein sehr spontaner Mensch und erklärte sich bei seiner Nachnominierung am späteren Donnerstagabend (22.15 Uhr!) sofort bereit, wenige Stunden später per PKW mit nach Westfalen zu fahren.

Die M30, die mit der deutschlandweit besten Vorkampfleistung eigentlich große Pläne hatte, wurde Vierter und war zunächst natürlich etwas enttäuscht. Doch bei genauer Analyse zeigte sich, dass aufgrund Corona das Team nicht in optimaler Besetzung hat antreten können. Um überhaupt noch antrittsfähig zu sein, musste der eigentlich schon in der M50 startberechtigte M40-Mittel- und Langstreckler Georg Kinadeter kurzfristig eine Klasse tiefer umgemeldet werden. 

So komisch es zunächst klingen mag: auch der Tod der englischen Queen kostete die hoch von der Konkurrenz eingeschätzten Münchner Jungsenioren sehr viele Punkte. Denn ein fest eingeplanter leistungsstarker Athlet musste wenige Stunden vor dem Wettkampf absagen, da sein fest gebuchter Flug von London kurzfristig storniert wurde, da in Großbritannien aufgrund der Trauer quasi ein „Lockdown“ herrschte. „Das hat uns möglicherweise den Sieg gekostet“, meinte Teamchef Klaus Löbel. Endgültig ihre Siegchancen verspielt hatte das Team, als Sprint-As Ralf Kowitz über 100-Meter aufgrund eines Fehlstarts disqualifiziert wurde. „Mir tut es fürs Team leid. Aber ich sage, es war kein Fehlstart“, meinte Kowitz, der wie einige andere Aktive der drei Teams am kommenden Wochenende in Erding auch bei der deutschen Senioren-Einzelmeisterschaft starten will. Alle Beteiligten haben anklingen lassen, dass sie 2023 erneut diesen Team-Wettkampf bestreiten wollen.

 

Foto: Thomas Rieger

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