Prof. Dr. Thomas Wessinghage referiert bei der LG Stadtwerke München
Die deutsche Mittelstreckenlauf-Legende Thomas Wessinghage referierte am vergangenen Donnerstag auf Einladung der LG Stadtwerke München vor etwa 70 LG-Aktiven und Verantwortlichen im TU Campus und gab dem Auditorium in einem kurzweiligen Vortrag wertvolle Tipps aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz. Der 64-jährige habilitierte Mediziner, der mit 3:31,58 Sekunden seit 1980 deutscher Rekordhalter über 1500 Meter ist und damit die älteste DLV-Bestleistung überhaupt hält, gab den jungen LG-Athletinnen und Athleten beispielweise den Ratschlag, immer auf Zeichen des Körpers zu hören. Gegebenenfalls müssten kurzfristig Trainingsumfänge reduziert oder angepasst werden. Auf Nachfrage des LG-Vorsitzenden Dr. Kurt Mühlhäuser berichtete Wessinghage weiterhin, dass er für die Regenation nach Übungseinheiten stets ein warmes einem eiskalten Bad vorgezogen habe: „Das ist medizinisch sinnvoller.“

Wessinghage, der aktuell als Ärztlicher Direktor der orthopädischen Fachklinik Medical Park in Bad Wiesee tätig ist, hielt es außerdem für “sehr wichtig”, Trainingsdisziplin zu halten und sich nach gelungenen Übungseinheiten auch mal zu belohnen: „Das war immer eine Riesenmotivation.“ Auch Rückschläge müsse man wegstecken und daraus sogar Motivation für neue Herausforderungen gewinnen. Dabei helfe besonders das Training innerhalb einer funktionierenden Gruppe.

Der 22-fache deutsche Meister ging auch die Entwicklung des Sports ein. Zu seiner aktiven Zeit habe Geld keine so große Rolle gespielt wie heutzutage. Auch stellte er die Frage nach der Vorbildfunktion heutiger erfolgreicher Langstreckler im Vergleich zu den britischen Lauflegenden Steve Ovett und Sebastian Coe in den Achtzigern. Zum Schluss seines spannenden Vortags erzählte er noch eine Anekdote aus seiner sportlichen Anfangszeit. Mit 14 Jahren habe er sich entschlossen, vom Tennis zum Laufen zu wechseln. Ein Tennisfunktionär habe ihn davon abhalten wollen mit der Begründung, Tennis könne er auch noch im fortgeschrittenem Alter ausüben, Leichtathletik wohl eher nicht: Nur zu gerne würde er dem längst verstorbenen Gesprächspartner nun sagen, dass er heuer sein 50-jähriges Laufjubiläum feiere: „Und es macht mir immer noch Spaß.“

Aufmerksam beobachtete Wessinghage anschließend die Ehrung derjenigen LG-Aktiven, die auf ein besonders erfolgreiches Jahr 2016 zurückblicken können und sich dabei über eine Medaille bei Deutschen Meisterschaften freuen konnten.