Hering und Trost knacken Norm für WM in Doha

Hering und Trost knacken Norm für WM in Doha

Gleich zwei Athletinnen der LG Stadtwerke München haben am Mittwochabend im hessischen Pfungstadt die WM-Norm über 800 Meter unterboten. Mit neuen persönlichen Bestleistungen knackten sowohl Christina Hering als auch Katharina Trost die vom Deutschen Leichtathletik-Verband vorgegebenen 2:00,60 Minuten und können nun für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften vom 27. September bis zum 6. Oktober in der katarischen Hauptstadt Doha planen.

Hering (l.) und Trost (r.) sind Rebekka Ackers aus Leverkusen sehr dankbar für die Tempoarbeit in Pfungstadt, Foto: Matthias Reiß

„Das Rennen war perfekt auf mich zugeschnitten“, resümierte eine erleichterte Christina Hering am Donnerstagmorgen in München. Bei 20 Grad und Windstille, also unter optimalen Bedingungen, waren die Mittelstrecklerinnen am Vorabend um 20 Uhr auf die beiden Stadionrunden gegangen. Für das Tempo in der ersten Rennhälfte zeichnete sich Rebekka Ackers vom TSV Bayer 04 Leverkusen verantwortlich, die diese Aufgabe hervorragend erledigte. Anschließend übernahm Katharina Trost die Führung und hielt die Geschwindigkeit dank ihres ausgeprägten Tempogefühls exakt in dem Bereich, den die Trainer Andreas Knauer und Jonas Zimmermann vorgegeben hatten. In der letzten Kurve deutete sich dann an, was viele Kenner der fünffachen Deutschen Meisterin aus München ohnehin nicht überraschte. Hering lief bereits nahezu gleichauf mit Trost, startete eingangs der Zielgeraden ihren berüchtigten Schlussspurt und gewann das Rennen. „Im Ziel wusste ich meine Zeit zunächst nicht, aber als dann zunächst eine 1:59er-Zeit und etwas später sogar eine neue Bestleistung erschien, konnte ich es erst gar nicht fassen. In den letzten Jahren war ich vom Trainingsstand her auch in der Lage, solche Zeiten zu laufen, aber ich habe einfach kein Glück mit den Rennen gehabt. Gestern hat sich wirklich alles wunderbar gefügt. 700 Meter hinterher zu laufen und dann eine starke Zielgerade hinzulegen, das ist einfach meins,“ so Hering.

Hering läuft in Pfungstadt das schnellste Rennen ihrer bisherigen Karriere, Foto: Matthias Reiß

1:59,41 Minuten wurden für die 24-jährige letztlich gestoppt. Damit blieb Hering zum zweiten Mal in ihrer Karriere unterhalb der Zwei-Minuten-Marke. Ihre bisherige Bestleistung aus dem Jahre 2015 steigerte sie um 13 Hundertstelsekunden. In der europäischen Jahresbestenliste reiht sie sich nun auf Rang vier ein. Quasi als Zugabe qualifizierte sich die Münchnerin, die auch den Stadionrekord von Konstanze Klosterhalfen übernahm, mit ihrer Zeit auch direkt für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr, da sie auch die hierfür geforderten 1:59,50 Minuten unterbot. Das Olympia-Qualifikationsfenster war bereits seit dem 1. Mai geöffnet.

Ebenso beachtlich ist das Abschneiden von Katharina Trost, die mit 2:00,36 Minuten ihren Hausrekord um 38 Hundertstel nach unten drückte. „Ich wusste, dass ich die Norm drauf habe, auch wenn ich nach dem Rennen vom Sonntag in Schifflange ein wenig geknickt war (Anm. d. Red.: 2:03,70 Minuten bei Wind und Regen). Hintenraus war es gestern richtig hart für mich. Es hat mir geholfen, dass Christina auf der Zielgeraden vor mir gelaufen ist. Ich musste „nur“ dran bleiben und dabei locker weiter laufen, was sich einfacher anhört, als es letztlich ist. Aber es hat geklappt und ich freue mich nun riesig auf meine erste WM“, sagte Trost. In Rehlingen Anfang Juni war sie bereits bis auf 14 Hundertstel an die WM-Norm herangerückt und führte seitdem auch die deutsche Jahresbestenliste an. Trosts sportliche Entwicklung der letzten Jahre ist überhaupt bemerkenswert. Im Jahre 2018 hatte sie bereits ihre Bestzeit von 2:03,59 Minuten (aufgestellt 2013) auf 2:02,65 Minuten verbessert und nun in diesem Sommer nochmalig mehr als zwei Sekunden draufgepackt. Zudem hat die amtierende deutsche Hallenmeisterin und Freiluft-Vizemeisterin parallel zum Leistungssport in diesem Monat die schriftlichen Prüfungen zum Ersten Staatsexamen für Grundschullehramt abgelegt.

Auf die beiden Münchnerinnen wartet nun allenfalls eine kurze Pause, bevor ein weiterer Trainingsblock beginnt. Das eine oder andere Rennen vor der Abreise nach Doha wünschen sich die beiden dennoch, denn lange mussten sie darauf hinarbeiten, dass ihnen keine Norm im Nacken sitzt und ausschließlich Rennerlebnis und -ergebnis zählen.

Eine vollständige Ergebnisliste des Pfungstädter Abendsportfests vom 21. August gibt es hier. Einen Beitrag zum Meeting von rheinmaintv finden Sie hier.

← Zurück zur Newsübersicht