Die LG Stadtwerke München kann Vertragsverlängerungen mit ihren drei absoluten Topathletinnen und – Athleten vermelden. Die erfolgreichen Mittelstrecklerinnen Christina Hering und Katharina Trost sowie Hochsprung-Ass Tobias Potye werden auch im Jahre 2023 in schwarze LG-SWM-Trikots schlüpfen.

Bei Hering gibt es allerdings eine gravierende räumliche Veränderung. Die 28-jährige 800-Meter-Finalistin der diesjährigen Europameisterschaft in München zieht ab Dezember nach Berlin um und wird dort in der Bundeshauptstadt zukünftig von Sven Bugel gecoacht. Dort ist sie dann Mitglied einer Trainingsgruppe aus vorwiegend Langsprinterinnen und – Sprintern, der unter anderem auch die deutsche 400-Meter-Spitzenläuferin Alica Schmidt angehört. Ihr bisheriger Münchner Coach Andreas Knauer, der sich den Job mit Jonas Zimmermann geteilt hat, bleibt ihr als Bundestrainer indes erhalten. „Ich wollte in meinem Leben nochmalig was verändern und mal raus aus meiner Komfortzone“, erklärt die Sportsoldatin ihre Beweggründe für diesen Umzug. Seit 2011 betreibt sie im LG-SWM-Mitgliedsverein PSV München Leistungssport, anfänglich noch unter der Regie von Daniel Stoll. „Jetzt will ich nochmalig neue Trainingsreize setzen“, sagt Hering, die gerade auf den 400-Metern auf eine Steigerung hofft. Sie ist ihrem bisherigem Umfeld für die Unterstützung in vergangenen Jahren „sehr dankbar“. Derzeit absolviert sie in Warendorf an der Sportschule einen Trainerscheinkursus. Das Highlight im Sommer soll dann die Weltmeisterschaft in Budapest werden, für die Hering bereits die Qualifikationszeit unterboten hat. An Motivation fehlt es ihr nicht: „Die EM heuer im heimischen Olympiastadion mit der Endlauf-Teilnahme war der perfekte Moment. Nun träume ich davon, auch im WM-Finale dabei sein zu dürfen.“

Katharina Trost, die heuer in München bei EM über 1500-Meter ebenfalls Finalluft schnupperte, hat „keine Sekunde überlegt“, räumlich oder vereinstechnisch Veränderungen vorzunehmen. Das Umfeld passe perfekt, sagt die 27-jährige Lehramtsanwärterin, die im zweiten Refrendariats-Jahr steht und ab Januar fürs Staatsexamen lernen wird. „Ein Vereinswechsel kam nie in Frage“, betont Trost, die 2023 weiterhin von Knauer und Zimmermann gecoacht werden wird. Aufgrund des anstehenden Staatsexamens wird die Hallensaison eher kurz ausfallen: „Die deutsche Meisterschaft und ein, zwei Wettkämpfe ohne großen Anfahrtsaufwand will ich aber schon bestreiten.“ Im Sommer ist dann  Budapest der anvisierte Saisonhöhepunkt.

Auch Hochsprung-Vize-Europameister Tobias Potye hält der LG Stadtwerke München weiterhin die Treue. „Die LG ist mein Verein der letzten Jahre und daher meine erste Anlaufstelle, hier zu bleiben“, erklärt er pragmatisch seine Beweggründe. Augenblicklich weilt er in Hannover auf einem Feldwebel-Anwärterlehrgang und hat deswegen noch nicht richtig mit einem wettkampforientiertem Trainingsaufbau begonnen. Coach ist und bleibt Sebastian Kneifel. „Ich muss erst noch abwägen, in welchem Rahmen es überhaupt eine Hallensaison geben wird. „ Der Fokus soll unbedingt auf den Sommer und insbesondere auf den Auftritt in Budapest gelegt werden.

 

Foto: Theo Kiefner