38 Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) hat der Deutsche Olympische Sportbund am Dienstag in Frankfurt/Main in der zweiten Nominierungsrunde weitere 143 Athletinnen und Athleten aus 14 Sportarten für die Deutsche Olympiamannschaft nominiert. Unter den Nominierten ist auch die Deutsche 800-Meter-Meisterin Christina Hering von der LG Stadtwerke München.

In der Leichtathletik wurden in der aktuellen Runde Deutsche Meister/innen mit Normerfüllung nominiert – das trifft auf die 21-jährige Münchnerin zu. Bereits in einer erfolgreichen Hallensaison hat die WM-Halbfinalistin von 2015 angedeutet, dass es ein besonderer Sommer für sie werden würde. Mit einer Zeit von 2:00,93 Minuten lief sie in der Halle so schnell wie seit 15 Jahren keine Deutsche mehr. In der ewigen deutschen Hallen-Bestenliste kletterte Hering in ihrem letzten Juniorenjahr sogar auf Rang neun. Nach der Teilnahme an der Hallen-Weltmeisterschaft in Portland/USA im März stieg Hering mit einem Höhentrainingslager in Flagstaff/USA direkt in die Vorbereitung auf die Freiluftsaison ein. Die geforderte Olympia-Norm von 2:01,50 Minuten unterbot die 1,85 Meter große Athletin schon Ende Mai in Dessau. Mit starken 2:00,37 Minuten blieb die deutsche Jahresbeste bereits im zweiten 800-Meter-Rennen der Saison mehr als eine Sekunde unter der vom Deutschen Leichtathletik-Verband geforderten Zeit. Den deutschen Meistertitel sicherte sich die Studentin schließlich Mitte Juni in Kassel. Es war bereits ihr zweiter nationaler Freiluft-Meistertitel über die 800-Meter-Distanz nach 2014. Durch ihre Erfolge empfahl sie sich zudem für die Europameisterschaft in Amsterdam (6. bis 10. Juli), die nun bevorsteht.

„Mit der offiziellen Nominierung ist mir nun wirklich bewusst, dass ich in Rio dabei sein werde. Natürlich liegt der Fokus in den nächsten Tagen vorrangig auf der Europameisterschaft. Der Ausblick auf Olympia gibt mir dafür noch eine Extraportion Motivation“, so Hering am Dienstagabend in München.

Die dritte Nominierungsrunde folgt nach dem Ende der Europameisterschaft am 12. Juli. Dabei möchten dann auch Tobias Giehl und Johannes Trefz von der LG Stadtwerke München genannt werden. Beide kämpfen in Amsterdam um ihr Rio-Ticket. 400-Meter-Hürdenläufer Tobias Giehl (24) trennen noch knappe sechs Zehntelsekunden von der geforderten Norm (49,40 Sekunden). Langsprinter Johannes Trefz, der kürzlich gleich mit zwei Goldmedaillen von der Deutschen Meisterschaft in Kassel zurückkehrte, wird in Amsterdam neben seinem Einzelstart über 400 Meter auch in der deutschen 4×400-Meter-Staffel eingesetzt. Über die Stadionrunde muss sich der 24-Jährige ebenfalls noch um sechs Zehntelsekunden auf 45,40 Sekunden steigern.