LG Stadtwerke München
Die Titel- und Medaillengewinner in Einzeldisziplinen (v.o.l.n.u.r.): Selina Dantzler, Yannick Wolf, Amelie Döbler, Arne Leppelsack, Elisabeth Hafenrichter & Alexander Schaller, Fotos: Marcus Buck

Zwei Titel, vier zweite Plätze sowie zweimal Rang drei: Die Bilanz der LG Stadtwerke München bei der Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaft (U20) inklusive nationaler Jugend-Winterwurf-Titelkämpfe (U20, U18) in Halle/Saale kann sich sehen lassen. Insbesondere auf die Fraktion Wurf war wieder mal Verlass.

Selina Dantzler, letztjährige U18-Weltmeisterin im Kugelstoßen, präsentierte sich bereits in ihrem ersten Jahr in der U20 als national federführend. 16,01 Meter betrug die Siegweite der Gymnasiastin (Video ihres weitesten Versuchs, Interview). Die ab April für einen Start bei den U20-Weltmeisterschaften zu erbringende Qualifikationsweite von 15,50 Meter übertraf die 17-Jährige alleine in Halle bei vier ihrer sechs Versuche. In Amelie Döbler folgte mit neuer persönlicher Bestweite von 15,48 Meter eine weitere LG-SWM-Athletin bereits auf Platz zwei des Endklassements. Die gerade erst 16-jährige Cassandra Bailey, die noch in der U18-Altersklasse startberechtigt ist, wurde – ebenfalls mit neuer persönlicher Bestleistung – Achte (13,07 Meter), so dass in dieser Disziplin gleich drei junge Damen aus der Trainingsgruppe von Andreas Bücheler und Gerhard Neubauer den Endkampf erreicht hatten.

Amelie Döbler trumpfte nach dem Kugelstoßen auch noch im Diskuswurf auf: Trotz eisiger Temperaturen wurde sie dank Handschuhen und Handwärmern ihrer Favoritenrolle gerecht und schnappte sich den Titel mit exakt 51 Metern – ein Fingerzeig in Richtung Sommer (Interview). Dort sind dann 50,50 Meter für die Qualifikation zu den U20-Weltmeisterschaften gefordert. Sandy Uhlig von der LG Mittweida wurde Zweite (48,72 Meter) vor Charleen Zoschke vom SCC Berlin (48,31 Meter). Selina Dantzler verzichtete kurzfristig auf einen Start im Diskuswurf-Wettbewerb.

U20-Speerwerferin Elisabeth Hafenrichter bestätigte als Vizemeisterin die schon auf den bayerischen Winterwurf-Meisterschaft getätigte Bemerkung des Trainers Stephan Seeck, dass ihre Formkurve stetig ansteige: einzig Julia Ulbricht aus vom 1. LAV Rostock (47,14 Meter) ließ den Speer weiter durch die Luft fliegen, Hafenrichters bester Wurf von 46,47 Meter bedeutete Silber vor Jana Marie Lowka von der LG Eintracht Frankfurt (46,02 Meter).

Im Diskuswurf der U18 bewies Alexander Schaller mit Rang zwei und einer Weite von 50,36 Metern, dass er in dieser Disziplin zu den hoffnungsvollsten Talenten der Republik gezählt werden muss. Der Sieger Jannis Hammel vom TV Gelnhausen warf 52,39 Meter. Bronze ging an Lokalmatador Alexander Köhler vom SV Halle (49,73 Meter).

Yannick Wolf von der LG Stadtwerke München
Yannick Wolf nach dem Gewinn der Vizemeisterschaft umrahmt von Bundestrainerin Elke Bartschat und JuLe

Im Weitsprung der U20 lieferte sich Yannick Wolf – wie schon im letzten Jahr unter freiem Himmel – ein packendes Duell mit Ole Grammann (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen). Im Gegensatz zu 2017 hatte dieses Mal Grammann den um wenige Zentimeter besseren Versuch (7,46 Meter) vorzuweisen. Wolf als Vizemeister sprang gleich zweimal auf exakt 7,39 Meter. „Bei seinem ersten Versuch auf 7,39 Meter ist er etwa zehn Zentimeter vor dem Brett abgesprungen“, meinte Wolfs Trainer Richard Kick anschließend. Ein Sieg wäre also im Bereich des Möglichen gewesen. Mit 7,26 Metern auf dem Bronzerang landete John Schlegl vom Hamburger SV.

In Arne Leppelsack hat die LG SWM einen jungen 400-Meter-Läufer mit großen Perspektiven in ihren Reihen. Exakt 49 Sekunden – so schnell war der 19-Jährige in der Halle noch nie – war der Schützling von Trainer Peter Rabenseifner im A-Finale unterwegs und gewann Bronze. In einem packenden Finish schmiss sich Leppelsack förmlich über die Ziellinie, um Justus Baumgarten (48,98 Sekunden, SCL Heel Baden-Baden) die Silbermedaille noch streitig zu machen, doch dieser rettete sich mit zwei Hundertstelsekunden Vorsprung ins Ziel. Ungefährdet Deutscher Hallenmeister wurde Jean Paul Bredau vom SC Potsdam in 48,46 Sekunden.

U20-4x200m-Staffel der LG Stadtwerke München
Staffel-Bronze für Jonas Lohmaier, Fabian Olbert, Florian Knerlein & Nicolai Trageser (v.l.n.r)

Rang drei eingefahren hat auch die männliche 4×200-Meter-Staffel in der Besetzung Nicolai Trageser, Fabian Olbert, Jonas Lohmaier und Florian Knerlein. Nach 1:29,34 Minuten im Vorlauf war das Münchner Quartett im Endlauf 1:29,74 Minuten unterwegs. Einzig die Sprinter der Startgemeinschaft LAC Erfurt (1:26,78 Minuten) und die des SCC Berlin (1:27,48 Minuten) waren im A-Finale schneller.

Hochspringer Lucas Mihota hatte sich für diesen Wettkampf viel vorgenommen, zumal er im Januar mit 2,17 Metern vielversprechend in die Hallensaison gestartet war und seitdem die Jahresbestenliste der U20 anführte. Doch eine Fußverletzung zwang ihn zuletzt zu einer vierwöchigen Trainingspause, so dass ausgerechnet beim Winter-Saisonhöhepunkt schon nach drei Fehlversuchen bei einer Höhe von 2,06 Metern Schluss war. Mihota musste sich also mit übersprungenen 2,00 Metern und dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben.

Auch in anderen U20-Disziplinen rangierten LG-SWM-Athleten unter den Top acht. Dreispringer Lukas Moser wurde mit 14,22 Metern Fünfter. Kugelstoßer Amadeus Waluga belegte mit 15,88 Meter ebenso Rang sechs wie Speerwerfer Linus Limmer (58,25 Meter). Über den erhofften Einzug ins 60-Meter-Finale durfte sich Nicolai Trageser freuen, der dort dann mit 6,99 Sekunden Achter wurde. Der von Jonas Wahler gecoachte Ex-Fußballer Trageser war im Vor- (6,90 Sekunden) und Zwischenlauf (6,91 Sekunden) sogar noch einen Tick schneller unterwegs. Zwei weitere LG-SWM-Sprinter, genauer Florian Knerlein und Fabian Olbert, hatten ebenfalls die 60-Meter-Zwischenläufe erreicht, waren dort aber ausgeschieden. Knerleins Tagesbestzeit betrug 7,01 Sekunden. Olberts schnellster Lauf wurde in 6,96 Sekunden gestoppt. Das LG-SWM-Aufgebot komplettiert hat Florian Unold, der im Speerwurf der U18 auf Rang zehn (53,13 Meter) gelandet ist.

Auf vier LG-SWM-Aktive könnte demnächst noch eine Belohnung warten: Aufgrund der gezeigten Leistungen in Halle/Saale dürfen sich Selina Dantzler, Amelie Döbler, Elisabeth Hafenrichter und Yannick Wolf Hoffnungen machen, den Deutschen Leichtathletik-Verband am kommenden Wochenende beim Nachwuchs-Länderkampf im französischen Nantes zu vertreten.

Alle Ergebnisse der Jugend-Hallenmeisterschaften (U20) mit Winterwurf (U20/U18) finden Sie hier.

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