Zwei Titel und zweimal Bronze für LG SWM bei Deutschen Meisterschaften

Zwei Titel und zweimal Bronze für LG SWM bei Deutschen Meisterschaften

Johannes Trefz von der LG Stadtwerke München
So hat „Jojo“ sich das vorgestellt: 46-Sekunden-Marke geknackt & Titel gewonnen, Foto: Theo Kiefner

Die Bilanz der LG Stadtwerke München bei den Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen in Erfurt kann sich sehen lassen: zwei Titel und zwei Bronzemedaillen gab es zu feiern, dazu – wenn man die 4×400-Meter-Staffel der weiblichen U20 hinzuaddiert – zehn Platzierungen unter den Top acht. Meistertitel sicherten sich Christina Hering (800 Meter) und Johannes Trefz (400 Meter). Dritte Plätze belegten Hammerwerfer Johannes Bichler und 800-Meter-Läuferin Mareen Kalis.

Alles gepasst hat im 400-Meter-Finale für Johannes Trefz. Der 25-jährige Zwei-Meter-Mann verteidigte nicht nur seinen Vorjahrestitel, sondern blieb mit 45,81 Sekunden erstmalig in seiner Karriere unter 46 Sekunden: „Im Ziel war es die pure Erleichterung, ich wollte unbedingt Deutscher Meister werden. In den letzten Wochen lief im Training nicht viel zusammen und wir haben schon gezweifelt, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Das war heute die Bestätigung, dass wir alles richtig gemacht haben. Ich habe gezeigt, dass ich es kann. Den deutschen Meistertitel verteidigt, eine Zeit unter 46 Sekunden und persönliche Bestzeit – ich bin so happy“, sagte der Münchner nach seinem Gold-Rennen (Video). Mit sich und der Welt im Reinen war nach dem 400-Meter-Finale auch Benedikt Wiesend. Er bestritt sein schnellstes Rennen seit 2013 und kam nach 46,78 Sekunden als Fünfter ins Ziel.

Christina Hering wird mit gemischten Gefühlen auf den 800-Meter-Endlauf in Erfurt zurückblicken. Die 22-Jährige musste bei schwülwarmen Temperaturen im Alleingang versuchen, die WM-Norm für London (2:01 Minuten) zu knacken. Doch schon nach 400 Metern und einer Zwischenzeit von 60 Sekunden deutete sich an, dass das Unternehmen erfolglos bleiben würde. Am Ende stand eine Zeit von 2:04,05 Minuten zu Buche, die der Münchnerin den dritten Freiluft-Titel nach 2014 und 2016 bescherte (Video). Gegenüber leichtathletik.de gab sich Hering wenig später zwar noch enttäuscht, aber auch stolz: „Ich habe nochmal ernsthaft probiert, die WM-Norm (2:01,00 min) zu laufen. Ich weiß, dass ich es drauf habe, nur allein ist es hart. Schon in der ersten Runde habe ich auf der Zielgeraden Gegenwind gespürt und 60 Sekunden waren auch zu langsam, um eine 2:01 Minuten zu laufen. Auch wenn ich erstmal enttäuscht bin, bin ich trotzdem stolz, meinen deutschen Meistertitel verteidigt zu haben. Dienstag laufe ich in Luzern und hoffe, internationale Konkurrenz bis zum Ende neben mir zu haben. Dann ist eine bessere Zeit möglich. Ich bin auch stolz darauf, mich für die Universiade in Taipeh qualifiziert zu haben. So hab ich noch einen Höhepunkt, auf den es sich hinzutrainieren lohnt.“

Sehr erfreulich: Im 800-Meter-Finale waren zwei weitere LG-SWM-Athletinnen aus der Trainingsgruppe von Daniel Stoll dabei. Die 20-jährige Mareen Kalis (2:06,29 Minuten) gewann nach ihrem Vize-Titel in der Halle und dem U23-Meistertitel Bronze, Christine Gess (2:08,80 Minuten) durfte sich über Rang fünf freuen.

Nach den Plänen von Daniel Stoll trainiert auch Katharina Trost, die über 1500 Meter ihre persönliche Bestzeit auf nun 4:14,41 Minuten verbesserte und damit – leider einige Wochen zu spät – die Norm für die U23-Europameisterschaft doch noch knackte. Diese Zeit nach einem mutigen Lauf bedeutete im Finale Rang sechs für Trost. Den Titel sicherte sich Konstanze Klosterhalfen, die unter vier Minuten blieb und einen neuen Meisterschaftsrekord aufstellte.

Hering, Kalis, Trost und Gess gingen im Steigerwaldstadion zudem als 4×400-Meter-Staffel an den Start. Für die vier Bahnrunden benötigte das Quartett zum Abschluss der Meisterschaft 3:42,39 Minuten. Diese Zeit wurde in der Endabrechnung mit Rang fünf belohnt.

Noch lange nach dem Ende der Hammerwurf-Konkurrenz der Männer gab es bei Johannes Bichler großes Kopf-Kino. Die Freude über Rang drei und eine Weite von 70,65 Meter war zwar da, doch es hätte durchaus mehr herausspringen können. Der Schützling von Trainer Sebastian Staudacher trauerte einem Versuch von geschätzt 73 Metern nach, der weit über der Siegerweite von Alexander Ziegler (71,66 Meter) gelegen wäre, aber eben außerhalb des Sektors gelandet war. Die 73 Meter möchte Bichler nun in zwei Wochen bei den Bayerischen Meisterschaften in Augsburg ins Visier nehmen.

110-Meter-Hürdenläufer Sebastian Barth haderte mit seiner Zeit. Zwar gehört er nach zwei von Verletzungen durchsetzten Jahren mit Finalrang sechs wieder zur erweiterten deutschen Spitze, jedoch wäre er am Samstagabend gerne ein paar Zehntelsekunden schneller gewesen. Bei 13,77 Sekunden liegt seine Bestleistung aus diesem Jahr, die Uhr in Erfurt stoppte bei 14,25 Sekunden (-1,2 m/s).

Den angepeilten Endlauf über 100-Meter-Hürden erreichte Paulina Huber. Die deutsche U23-Vizemeisterin wurde letztendlich Siebte in 13,94 Sekunden. „Die Platzierung war richtig super. Die Zeit leider nicht. Paulina hatte leichte Fußprobleme, aber die haben wir im Griff. Jetzt geht es mit Schwung nach Bydgoszcz zur U23-EM“, so Trainer Balthasar Bischlager.

800-Meter-Läufer Adrian König-Rannenberg strahlte über beide Backen, als er bei seiner DM-Premiere nach dem Verzicht mehrerer Rivalen in den 800-Meter-Endlauf nachrücken durfte. Hier wurde er in einem guten Rennen mit Hausrekord von 1:50,31 Minuten Siebter.

Platz sieben einer hochklassig besetzten Speerwurf-Konkurrenz belegte auch Jonas Bonewit (72,95 Meter), für den dieser Wettkampf eine Durchgangsstation für die U23-EM gewesen ist.

Über Rang acht und damit den wiederholten Einzug in den Endkampf freute sich Hammerwerferin Anna Arlt (56,14 Meter).

Trotz des frühzeitigen und schwerwiegenden Ausfalls von Hürdensprinter Tobias Giehl – Mitglied der Meisterstaffel des Vorjahres – waren die Viertelmeiler um Trainer Peter Rabenseifner mit Medaillenambitionen nach Erfurt gereist. Als dann jedoch auch Laurin Walter aufgrund eines fiebrigen Infekts kurzfristig von einem Start absehen musste, drohte die Staffel fast zu platzen. Kurzerhand bewies Sebastian Barth, dass er einen ausgeprägten Teamgeist besitzt, in dem er sich – ohne jegliche Trainingsvorbereitung für die Stadionrunde – spontan für die 4×400-Meter-Staffel zur Verfügung stellte. Jedoch wussten Wiesend, Trefz, Barth und König-Rannenberg – allesamt durch Finaleinsätze am gleichen Tag bereits stark beansprucht – schon vor dem Start, dass der Titel an diesem Abend nicht in Reichweite lag. 3:17,86 Minuten bedeuteten am Ende Rang elf.

Gar nicht in den Wettkampf hineingefunden hat Kugelstoßer Valentin Döbler. 16,83 Meter – über zwei Meter hinter der persönlichen Bestleistung – reichten am Ende lediglich zu Rang 13. Auch sein Blick richtet sich nun auf die U23-EM.

Am Start war im Steigerwaldstadion auch eine 4×400-Meter-Staffel der weiblichen U20-Nachwuchsklasse. Louise Wieland, Amelie Korn, Stephanie Rettenberger und Sandy Opeola – die teilweise erstmalig bei deutschen Meisterschaften teilgenommen haben – belegten mit 3:58,51 Minuten Rang sechs im Endlauf. Im Vorlauf ist das Quartett sogar noch etwas schneller unterwegs (3:57,07 Minuten) gewesen.

Die komplette Ergebnisliste der 117. Deutschen Meisterschaften gibt es hier.

Alle Fotos: Theo Kiefner

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