3×800-Meter-Staffel der LG Stadtwerke München läuft mit Rekord zum Titel

3×800-Meter-Staffel der LG Stadtwerke München läuft mit Rekord zum Titel

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Gleich drei gute Nachrichten kommen von der LG Stadtwerke München, die am Sonntagnachmittag mit einer 3×800-Meter Frauenstaffel im Endlauf der Deutschen Meisterschaft antraten, der wiederum in die nationalen Jugend-Titelkämpfe im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach integriert war. Erstens: Mit einer Zeit von 6:17,08 Minuten siegten Mareen Kalis, Christine Gess und Christina Hering überlegen. Zweitens: Damit ist die LG Stadtwerke München nun in der diesjährigen DM-Gesamtwertung bei Männern und Frauen der erfolgreichste Verein, gefolgt von Wattenscheid und Leverkusen. Und drittens: Mit ihrer Zeit verbesserte das in jeglicher Hinsicht flotte LG-Trio den seit 1985 bestehenden deutschen U23-Rekord des VfL Ockenhausen (6:18,88 Minuten) um mehr als eineinhalb Sekunden. Fast schon beiläufig wird auch der bayerische Frauenrekord von 1999 (6:17,57 Minuten, LAC Quelle Fürth 1969 / TSV München von 1860) unterboten.

Mareen Kalis, die wenige Stunden zuvor schon überlegen nach taktischer Glanzleistung den U20-Einzeltitel gewonnen hatte (“Ich habe versucht, Kraft für die Staffel zu sparen.”), übernahm die Startetappe. Auf der ersten Runde ließ sie sich von der Leverkusener Rivalin ziehen, um dann in Runde zwei alles klar zu machen und mit einem kraftvollen Zwischenspurt die Konkurrenz deutlich abzuhängen. Christine Gess als zweite LG-Läuferin lief ebenfalls ein beherztes Solorennen von der Spitze weg und hielt den deutlichen Vorsprung. Als Christina Hering – wie ihre beiden Teamkolleginnen von Daniel Stoll gecoacht – mit raumgreifenden Schritten ihre zwei Runden in Angriff nahm, war die Titelfrage längst entschieden. Doch es blieb die bange Frage, ob der Angriff auf den deutschen Juniorenrekord gelingen würde. Das klappte, da die Olympia-Starterin Hering auf der Zielgeraden ihr Tempo nochmals deutlich erhöhte. Leverkusen (6:22,51 Minuten) und Regensburg (6:29,36 Minuten) auf den danach folgenden Rängen hatten nie eine Chance, sich in den Titelkampf einzubringen.

„Der Rekord war uns richtig wichtig. Ich hatte zwar vorher schon zwei Läufe, aber bin erfreut, wie das alles geklappt hat“, sagte die 19-jährige Mareen Kalis im Anschluss gegenüber leichtathletik.de, die sich nun nach einer erfolgreichen Saison mit WM-Teilnahme auf ihre wohlverdienten Urlaub freuen darf. Für Christine Gess war klar: „Wir haben diese eine Chance, diesen einen Schuss. Und deswegen hat der Rennverlauf im Prinzip keine Rolle gespielt. Wir wussten: Wenn wir es machen wollen, dann müssen wir es selber machen.“ Auch Schlussläuferin Hering, die sich vor ihrem ersten Olympia-Start in hervorragender Form präsentiertes, war im Anschluss extrem stolz auf ihre Münchner Trainingsgruppe: „Wenn wir schon so eine starke Truppe in München haben, sollen wir auch die Chance nutzen. Wir können hochzufrieden mit uns sein, denn wir haben unser Ziel erreicht. Außerdem war es für mich ein guter Formtest vor Rio.“

Auch in den Einzeldisziplinen der U18- und U20-Nachwuchsklassen kann die LG Stadtwerke München nach drei Wettkampftagen eine äußerst positive Bilanz ziehen. Denn es gab drei deutsche Meistertitel, die sich außer wie erwähnt Kalis noch Amelie Döbler (Diskus/U18) und Paulina Huber (100-Meter-Hürden/U20) gesichert haben. Zudem gab es weitere erfreuliche Podestplätze. Ein ausführlicher Bericht hierzu folgt am Montag, den 1. August.

Foto: Dirk Gantenberg

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