Tobias_Giehl_EM_VL_KiefnerZum Auftakt der Europameisterschaft in Amsterdam haben Christina Hering, Tobias Giehl und Johannes Trefz allesamt die erste Runde überstanden und dürfen nun in den Halbfinals erneut angreifen. Es war also ein sehr erfreulicher Auftakt für das Trio der LG Stadtwerke München.

Christina Hering
Die Sportwissenschaftsstudentin wurde in 2:05,78 Minuten Vierte ihres 800-Meter-Vorlaufs. Sie übernahm vom Start weg die Poleposition und führte das Feld in 60,87 Minuten dann auch nach den ersten 400 Metern an. Zu Beginn der zweiten Runde wurde Hering von einer Rivalen touchiert und war nach eigener Aussage beim anschließenden ZDF-Interview „heilfroh, nicht gestützt zu sein“. Die mit schwarz-rot-goldenen Zöpfen angetretene Hering sagte weiterhin, sie habe bewusst versucht, von vorne zu laufen und dass sie wiederholt gemerkt habe, „dass Vorläufe es in sich haben.“ Morgen stehen um 18:45 Uhr die Halbfinals auf dem Programm.

Trainer Daniel Stoll, der das Rennen live in Amsterdam verfolgt hat, sagte im Anschluss: „Christina wollte allen Duellen von der schwierigen Bahn 1 aus dem Weg gehen und lief etwas zu stürmisch an. Morgen ist ein neuer Tag. Wir werden die Laufeinteilung fürs Halbfinale abwarten und dann eine Taktik abstimmen.“

Tobias Giehl
Der 24-jährige Münchner dominierte seinen 400-Meter-Hürdenvorlauf nach Belieben und wurde für sein couragiertes Rennen mit der insgesamt drittschnellsten Zeit aller Vorläufe (50,30 Sekunden) belohnt. Der U20-Europameister von 2009 hatte die Bahn zwei zugelost bekommen, die seiner Körpergröße von 1,93 Metern gerade in den Kurven nicht unbedingt entgegen kommt. Trotzdem konnte Giehl der Konkurrenz von Beginn an den Schneid abkaufen und den Zweitplatzierten seines Laufes, den Italiener Mattia Contini (51,26 Sekunden) – der in seiner Karriere wie Giehl auch schon unter der 50er-Barriere geblieben ist – um eine knappe Sekunde distanzieren. Im Halbfinale am Donnerstag um 16:15 Uhr wird Giehl einziger DLV-Vertreter sein, da der Deutsche Meister Felix Franz auf der Zielgeraden vom Gegenwind ausgebremst wurde und mit einer Zeit von 51,21 Sekunden ausgeschieden ist.

„Ich habe versucht, ein gutes Rennen zu machen und das ist mir gelungen. Es war mir wichtig, die ersten Meter meines Laufes nicht zu verschlafen – anders als bei der Deutschen Meisterschaft. Zeitmäßig hatte ich mir kein Ziel gesetzt. Ich habe versucht, auf die Bedingungen zu achten.“

Johannes Trefz
Der Zwei-Meter-Mann musste auf den letzten Metern seines 400-Meter-Laufes doch noch um den Einzug in die zweite Runde bangen. Denn auf der Zielgeraden kam der Ukrainer Yevhen Hudsol stark auf und lag am Ende nur drei Hundertstelsekunden hinter dem Schützling des Trainerduos Korbinian Mayr und Peter Rabenseifner, der in 47,32 Sekunden gestoppt wurde. Im ersten der insgesamt drei Halbfinalläufe wird Trefz am morgigen Donnerstag (Start: 16:45 Uhr) auf der Bahn zwei starten. Zu seinen Gegner zählt hier unter anderem der starke Belgier Kevin Borlée, der Bahn fünf gezogen hat.

„Ich hatte keine gute Orientierung und vor der Zielgeraden nur einen Läufer vor mir, habe mich an den aber gut ran gekämpft. Ich war aber überrascht, dass die anderen auch so gut waren. Den Lauf habe ich jetzt abgehakt. Morgen geht es weiter.“

Foto: Theo Kiefner