Speerwerferin Hafenrichter übertrifft internationale U20-Norm in Halle

Speerwerferin Hafenrichter übertrifft internationale U20-Norm in Halle

Zehn Münchnerinnen und Münchner haben sich am Wochenende bei den traditionsreichen Halleschen Werfertagen mit dem Who is Who der nationalen und internationalen Wurfelite gemessen. Dabei gelang U20-Speerwerferin Elisabeth Hafenrichter eine neue Bestweite von 51,49 Metern, womit sie gleichzeitig die Normanforderung von 51,00 Metern für die Europameisterschaften ihrer Altersklasse im schwedischen Boras abhakte. Bereits zum wiederholten Male hat U18-Kugelstoßerin Cassandra Bailey die internationale Vorgabe übertroffen. Sie blieb mit 16,50 Meter erneut deutlich über den für das EYOF geforderten 15,80 Metern.

Elisabeth Hafenrichter von der LG Stadtwerke München
Erst vermeintlich ausgeschieden, dann Bestweite und EM-Norm – ein Wechselbad der Gefühle für Elisabeth Hafenrichter, Foto: Marcus Buck

Die 19-jährige Hafenrichter hatte seit Beginn der Sommersaison Schwierigkeiten, da anzuknüpfen, wo sie im August 2018 aufgehört hatte. Seit ihren 50,64 Metern aus dem Berliner Olympiastadion hat die Münchnerin ein zeitintensives duales Studium begonnen und sich nach dem Wegzug ihres langjährigen Trainers Stephan Seeck in die Hände des Wurf-Landestrainers Joachim Lipske begeben. Hinzu kam zuletzt eine einschränkende Verletzung an der linken Schulter. All das bildete zunächst auch der Vorkampf in Halle ab. Zwei von drei Versuchen mit dem 600-Gramm-Speer wurden als gültig vermessen, der weiteste mit 46,05 Metern. Mit dieser Weite erhielt Hafenrichter zunächst keine weiteren Versuche mehr, sie galt als ausgeschieden. Doch das Kampfgericht hatte sich geirrt, weshalb Hafenrichter einen Durchgang später doch wieder in den Wettbewerb einstieg. Im fünfen Durchgang traf sie den Speer endlich wie gewünscht, steigerte sich deutlich zu ihren bisherigen Weiten in der noch jungen Saison und wurde Vierte. Ebenfalls Viertplatzierte ist sie somit in der aktuellen DLV-Bestenliste, womit sie sich voll im Rennen um die internationalen Startplätze befindet.

Gleiches gilt für Kugelstoßerin Cassandra Bailey. Trotz einer Erkältung in der Vorwoche rief sie sowohl mit der U18- als auch mit der ein Kilo schweren U20-Kugel die jeweils zweitbesten Weiten ihrer bisherigen Karriere ab. In der U18 wurde sie mit 16,50 Metern beim Sieg von Lokalmatatorin Sina Prüfer (17,51 Meter) Dritte und nimmt in der DLV-Bestenliste Rang zwei hinter Prüfer ein. Im stark besetzten U20-Wettbewerb erreichte Bailey mit der Vier-Kilogramm-Kugel mit 14,04 Metern einen achtbaren siebten Platz.

Antonia Schulze von der LG Stadtwerke München
Antonia Schulze gelangen in Halle neue Bestleistungen mit dem Diskus und der Kugel, Foto: Claus Habermann

Baileys Trainingspartnerinnen konnten im U16-Feld ebenfalls neue persönliche Bestweiten aufstellen. Julia Bonewit gelang als Zweitplatzierte eine Weite von 13,75 Metern, Antonia-Helene Schulze wurde mit 13,54 Metern Vierte. Im Diskuswurf laute die Reihenfolge im direkten Vergleich genau umgekehrt: Schulze lag hier mit 34,55 Metern (4.) exakt 40 Zentimeter vor Bonewit (5.). Im Speerwurf der Juniorinnenklasse U23 steigerte Sabrina Reusch ihre Saisonbestweite als viertbeste Deutsche des Feldes auf 44,93 Meter.

Auch fünf männliche Wurf-Asse hatte die LG Stadtwerke München in Thüringen am Start. Lukas Koller erzielte als Sechstplatzierter der B-Riege der Männer 56,21 Meter mit dem 2-Kilogramm-Diskus – seine bislang beste Weite in diesem Jahr. Gleich drei Münchner waren für das U18-Kugelstoßen gemeldet. Dominik Idzan als Gesamtdritter mit exakt 18 Metern erzielte die größte Weite des Trios, gefolgt von Alexander Schaller (17,62 Meter) und Joel Akue (17,56 Meter, PB). Schaller betrat dann auch noch den Diskusring und platzierte sich mit 54,53 Meter auf Rang sechs – die internationale Norm für das EYOF (56 Meter) hatte Schaller bereits Mitte Mai übertroffen. Akue und Idzan nahmen zusätzlich am Kugelstoßen der U20 teil, wo sie gegen teilweise drei Jahre ältere Konkurrenz 16,22 Meter (9.) beziehungsweise 15,86 Meter (10.) ablieferten. Last but not least erreichte Youngster Mikosch Dahmen mit der Vier-Kilogramm-Kugel in der U16 15,05 Meter und Rang drei.

Weitere Ergebnisse der Halleschen Werfertage 2019 gibt es hier.

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