Der Höhepunkt der Leichtathletik-Saison steht an: Deutsche Meisterschaften im Nürnberger Grundig-Stadion. Etwas mehr als eine Autostunde nördlich von München geht es am Samstag und Sonntag um nationale Meisterehren.

 

Christina Hering (links im Bild) trifft als Vorjahressiegerin und aktuelle Hallenmeisterin nach einer erfolgreichen U23-Europameisterschaft (Bronze mit persönlicher Bestleistung: 2:00,88min) auf ihre Trainingspartnerin und deutsche Jahresbeste Fabienne Kohlmann (LG Karlstadt/Gambach/Lohr, rechts im Bild), die bei der Universiade in Korea als erste Deutsche seit über zehn Jahren unter der 2 Minuten-Marke geblieben ist, damit Bronze gewann und sich am Dienstag in der Schweiz auf eine sensationelle 1:58er-Zeit gesteigert hat. Die Norm für die Weltmeisterschaft in Peking liegt bei genau 2 Minuten und ist in einem schnellen Rennen auch für Christina nicht außer Reichweite. Alles spricht für ein spannendes Finale am Sonntag (14:55 Uhr).

Mit Christine Gess und Karoline Pilawa gehen noch zwei weitere Mitglieder der Trainingsgruppe in die Vorläufe am Samstag.

Über 400 Meter hat die LG Stadtwerke München trotz des Ausfalls von David Gollnow mehrere Eisen im Feuer: Kamghe Gaba geht als Titelverteidiger und Mitfavorit ins Rennen. Hauptkonkurrent dürfte Alexander Gladitz aus Hannover sein. Johannes Trefz konnte diese Saison bereits mit Bestleistung überzeugen und hofft, seine starke Saison am Sonntag im Finale (15:30 Uhr) mit einer Medaille zu krönen. Auch mit Benedikt Wiesend sollte beim Kampf um den Einzug ins Finale zu rechnen sein.

Die 4×400 Meter-Staffel, die auch noch den zweiten Ausfall von Hürdenläufer Tobias Giehl verkraften muss, wird Markus Kiefl komplettieren. Trotzdem besteht auch nach der Vorbelastung durch die Einzelstarts noch eine realistische Mediallenchance. Los geht es am Sonntag um 17:35 Uhr.

Auch bei den Damen geht die 4×400 Meter-Staffel aussichtsreich ins Rennen. Ein Platz unter den besten sechs Staffeln ist möglich.

Über 5000 Meter ist am Sonntag (16:15 Uhr) Langstreckler Clemens Bleistein am Start. Nach zwei Medaillen bei Hallenmeisterschaften soll es dieses Jahr auch draußen mit Edelmetall klappen. Gold scheint an Richard Ringer (Friedrichshafen) vergeben, der am vergangenen Wochenende in Heusden mit einer sensationellen Zeit überzeugen konnte. Doch dahinter ist für den Medizinstudenten, der diese Woche noch Prüfungen auf dem Programm stehen hatte, alles offen.

Hochspringer Tobias Potye war mit seinem Auftritt bei der U23-Europameisterschaft nicht ganz zufrieden. In Nürnberg soll es am Samstag (ab 13:25 Uhr) gegen die nationale Konkurrenz höher gehen als vor zwei Wochen in Tallinn (Estland), wo er nicht über 2,18 Meter hinauskam. In der Meldeliste steht Potye an Position sechs.

Auch die Hammerwerfer könnten an einem guten Tag um die Medaillen mitkämpfen. Johannes Bichler und der bayerische Meister Simon Lang haben bewiesen, dass sie zu Weiten um die 70 Meter fähig sind. Und in diesem Bereich wird wohl auch dieses Jahr das Edelmetall vergeben werden. Am Sonntag (ab 11:40 Uhr) zählt’s!

100 Meter-Sprinter Christian Rasp konnte seine Bestleistung in diesem Jahr bereits auf 10,45 Sekunden drücken. Sollte er auch am Samstag in diesem Bereich laufen, ist die Qualifikation fürs Finale durchaus drin. Für den gebürtigen Franken Rasp schliesst sich in Nürnberg der Kreis: Nach der Saison will er die Spikes an den Nagel hängen und als Anfahrer in den Eiskanal wechseln. Doch bis zum Winter ist es noch ein bißchen hin – also volle Konzentration auf Nürnberg!

Übertragungszeiten im TV:

Samstag: ARD, 17-19 Uhr

Sonntag: ZDF, 15:30-17 Uhr

(Foto: Jürgen Wieber)