Yannick Wolf von der LG Stadtwerke München
Landung bei 7,43 Meter – erster von zwei DM-Titeln für Weitspringer & Sprinter Yannick Wolf, Foto: Theo Kiefner

Am ersten der insgesamt drei Wettkampftage der parallel ausgetragenen Deutschen U18- und U20-Meisterschaften in Ulm holte sich das Team der LG Stadtwerke München vier Titel – und zwar allesamt in der U18-Altersklasse, in der am Freitag bereits zahlreiche Entscheidungen anstanden. Dazu kamen weitere Platzierungen unter den Top-Acht. Bereits nach dem Auftakttag liegt die LG SWM im Bereich ihrer Vorjahresbilanz von insgesamt drei Titeln, einem Silber- und zwei Bronzerängen.

Langsam aber sicher muss sich Selina Dantzler wirklich fragen, auf welche Wurfdisziplin sie zukünftig den Fokus legen soll. Dass die junge Münchnerin als amtierende U18-Weltmeisterin im Kugelstoßen auch den nationalen Titel abräumen würde, war jetzt vielleicht nicht die Überraschung – allerdings war die Dominanz doch größer als im Vorfeld vorherzusehen: Dantzlers bester Versuch wurde mit 17,37 Meter vermessen, der Vorsprung auf Vizemeisterin Jule Steuer (Magdeburg) betrug damit satte 93 Zentimeter.

Bereits wenige Stunden zuvor hatte die 17-Jährige, die vom Trainergespann Andreas Bücheler und Gerhard Neubauer betreut wird, schon in der gewiss nicht schwach besetzten Diskuswurfkonkurrenz richtig aufgetrumpft. 52,03 Meter zeigte die Anzeigetafel für den fünften Durchgang der LG-SWM-Athletin an, was eine Kettenreaktion auslöste. Dantzler zog damit nicht nur an der bis dato Führenden und eigentlichen Favoritin Leia Braunagel aus Baden-Baden (50,13 Meter) vorbei, die im finalen sechsten Versuch dann auch nicht mehr kontern konnte. Dantzlers Ergebnis stellte auch eine Verbesserung des bayerischen U18-Uraltrekordes dar, den seit 1977 Cornelia Sulek (LG Lech-Ammersee) mit 51,64 Meter gehalten hatte.

Titel Nummer drei für die LG Stadtwerke München holte Weitspringer Yannick Wolf, der in diesem Wettbewerb wieder einmal seine Kämpferqualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellte. Im letzten Durchgang – wohlgemerkt nach bereits insgesamt drei ungültigen Versuchen – packte der Schützling von Trainer Richard Kick 7,43 Meter aus und kletterte damit vom zwischenzeitlichen vierten Rang auf die Poleposition. Dass bei diesem geglückten Satz ein knapp unzulässiger Rückenwind herrschte (2,1 Meter pro Sekunde) und damit die Leistung nicht in die Bestenliste aufgenommen werden wird, war Wolf „komplett egal“ – er freute sich riesig über den deutschen Titel, nachdem er in dieser Saison die Nichtnominierung für die U18-WM zu verarbeiten hatte.

Zum Abschluss des Auftakttages trumpfte Yannick Wolf als Startläufer der 4×100-Meter-Staffel nochmals gehörig auf. In der Besetzung Wolf, Fabian Olbert, Florian Knerlein und Lukas Moser stürmte der LG-Nachwuchs in 41,80 Sekunden vor dem Quartett des SCC Berlin (41,86 Sekunden) zum vierten Titel des Tages.

Und es gab weitere erfreuliche Ergebnisse junger LG-SWM-Talente: so erreichte Fabian Olbert in der U18 das Finale über 110-Meter-Hürden, das er in persönlicher Bestzeit von 14,25 Sekunden als Fünfter abgeschlossen hat. Olbert gehört dem jüngeren der beiden Jahrgänge an. Gleiches gilt für Denise Jaeschke, die über 100-Meter-Hürden der U18 im Endlauf in 14,24 Sekunden Rang acht belegt hat. Gabriel Allgayer lief über 5000 Meter der unter 20-jährigen in 15:17,62 Minuten auf Rang sechs. Pech hatte hingegen Nicolai Trageser, der nach toller Vorlaufzeit von 10,69 Sekunden – bei indes zu viel Rückenwind von 2,1 Meter pro Sekunde – in der Zwischenlaufrunde das Ziel verletzungsbedingt erst nach 14,93 Sekunden passiert hat und ausgeschieden ist.

Linus Limmer war im Speerwurf der U18 mit deutscher Jahresbestleistung angereist und konnte diese Leistung zum Leidwesen seines Betreuers Stephan Seeck in Ulm nicht bestätigen. 63,87 Meter bedeuteten aber immerhin Rang sechs im Gesamtklassement und zudem den Gewinn wertvoller Wettkampferfahrung auf nationalem Spitzenniveau. Teamkollege Paul Schäfer belegte mit 56,79 Meter Rang zwölf. Im Diskuswurf der U18 fand sich Fabian Frühholz letztendlich auf Rang 13 wieder (45,31 Meter). Über 400 Meter der U18 qualifizierte sich Vincent Graiani mit 50,70 Sekunden nicht unerwartet für die Endläufe am morgigen Samstag. Jonas Lohmaier (51,78 Sekunden) und Florian Zeitler (52,72 Sekunden) sind hingegen nach den Vorläufen ausgeschieden.

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