Christina Hering von der LG Stadtwerke München bei ihrem 800 Meter Vorlauf bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro
Christina Hering hat bei ihrer Olympia-Premiere in Rio zwar ein ordentliches Rennen abgeliefert, den Einzug ins olympische Halbfinale über 800 Meter aber dennoch deutlich verfehlt. 2:01,04 Minuten brauchte die LG-Stadtwerke-Athletin für ihre zwei Bahnumrundungen. Exakt zwei Minuten hätte sie unterwegs sein dürfen, um zum erlauchten Kreis der 24 Qualifizierten zu gehören. Hering hatte indes auch Lospech und war dem mit Abstand schnellsten der insgesamt acht Vorläufe zugeteilt worden. Hier sorgte keine geringe als die Kanadierin Melissa Bishop, Vizeweltmeisterin von Peking, für ein flottes Tempo und erzielte in 1:58,38 Minuten die schnellste Vorlaufzeit überhaupt. Die 21-jährige Sportwissenschaftsstudentin Hering konnte da nicht folgen – sie belegte in diesem Rennen Rang sieben, hätte auch mit ihrer Jahresbestzeit von 2:00,37 Minuten die erste Runde nicht überstanden.

Herings Heimtrainer Daniel Stoll analysierte das Rennen so: „Christina hat einen schnellen Vorlauf erwischt. Das ist eigentlich eine gute Voraussetzung, wenn die wenigen Halbfinalplätze derart umkämpft sind. Doch leider haben wir in diesem Sommer nicht an die tolle Form aus der Hallensaison anknüpfen können, sodass sie dem hohen Tempo am Schluss nicht folgen konnte.“

Gegenüber leichtathletik.de sagte die Deutsche Meisterin aus Münchnerin: „Am Anfang war ich sehr enttäuscht. Aber als ich die anderen Rennen gesehen habe, in denen auch deutlich konstantere und bessere Läuferinnen ausgeschieden sind, ging es wieder. Ich habe alles gegeben und bis zum Ende gekämpft. Gerne wäre ich unter zwei Minuten gelaufen, ich habe mich gut gefühlt. Aber vielleicht kam der Angriff auf der Gegengeraden zu früh, ich hatte ja eigentlich gesehen, dass wir sehr schnell unterwegs sind. Hinterher ist man immer schlauer, ich habe es wenigstens versucht. Ich hätte mehr drauf gehabt, über 800 Meter spielen am Ende aber so viele Faktoren eine Rolle, damit man seine vollen Fähigkeiten ausschöpfen kann.“

Die lange Wettkampfsaison ist für Christina Hering noch nicht beendet. Am 3. September ist ein Start beim 75. ISTAF in Berlin geplant.

Foto: Gladys Chai von der Laage

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